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Amerikanischer Twitter-Klon auf Kuba : Wenn der kubanische Kolibri Unruhe stiftet

  • Aktualisiert am

Zwitschern in Kuba: ein Kolibri zum Destabilisieren Bild: REUTERS

Unter dem Deckmantel humanitärer Hilfe entwickelten die Amerikaner den Kurznachrichtendienst ZunZuneo, eine Art Twitter für Kubaner, um das Castro-Regime zu destabilisieren.

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          Mit einem Kurznachrichtendienst hat die amerikanische Regierung offenbar versucht, das kommunistische Regime in Havanna zu schwächen und Unruhen zu schüren. Das „kubanische Twitter“ unter dem Namen „ZunZuneo“ – ein umgangssprachlicher Begriff, der für das Zwitschern des kubanischen Kolibris steht - sollte entwickelt werden, um die Kontrolle des Internets durch die kubanische Regierung zu unterlaufen. Rund 40.000 kubanische Nutzer, so berichtet die Nachrichtenagentur AP, hätten die Amerikaner gewinnen können.

          Bei „ZunZuneo“ sollten zu Beginn nur Neuigkeiten zu Sport, Musik und Wetter erlaubt sein. Politische Inhalte sollten erst später folgen. Hinter dem Projekt habe AP zufolge die internationale Entwicklungshilfeagentur USAID gesteckt. Rund 1,6 Millionen Dollar, die offiziell für humanitäre Zwecke genutzt werden sollten, seien in das Programm geflossen.

          Öffentlich gestartet wurde die Plattform 2009. Grundlage waren etwa eine halbe Millionen kubanischer Handynummern, die durch eine Quelle in der kubanischen Telefongesellschaft vermittelt worden sein sollen. Im Februar 2010 sei ZunZuneo offiziell vorgestellt und auch vermarktet worden. Nutzer konnten erst mal nur eine Nachricht pro Tag selbst absetzen und anderen „folgen“.

          Klassisches Telefonieren in Havanna: Twittern geht anders
          Klassisches Telefonieren in Havanna: Twittern geht anders : Bild: REUTERS

          Der Aufbau des Kommunikationsnetzwerkes sei durch ausländische Banken und Strohfirmen versucht worden. Das Ziel war, die Kubaner zu spontanen Demonstrationen oder gar Massenprotesten anzustiften. Durch taktische Initiativen sollte ein „Übergangsprozess hin zu demokratischem Wandel angeschoben“ werden.

          Über zwei Jahre sei das Programm gelaufen und erst im September 2012 gestoppt worden. Ob ZunZuneo gegen amerikanische Gesetze verstößt, ist dem AP-Bericht zufolge unklar. Auch ist fraglich, ob das Weiße Haus über das Projekt informiert war und wer es genehmigt hatte. USAID erklärte, alle kubanischen Programme seien vom Kongress kontrolliert worden und würden den Gesetzen entsprechen.

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