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Eklat um Le Pen : FN-Chefin schmäht Hollande als Merkels „Vize-Kanzler“

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Rüde Attacke im EU-Parlament: Die Vorsitzende des Front National, Marine Le Pen, am 7. Oktober nach der Rede des französischen Präsidenten Hollande. Bild: Reuters

Bei seinem gemeinsamen Auftritt mit Bundeskanzlerin Merkel griff ihn Marine Le Pen mit herabsetzenden Worten an. Nun bekommt Frankreichs Präsident Hollande Unterstützung von der konservativen Opposition.

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          Nach einer Verbalattacke der rechtsextremen Politikerin Marine Le Pen gegen Frankreichs Staatspräsidenten François Hollande im Europaparlament nehmen konservative Politiker den Sozialisten in Schutz .

          Die Äußerungen der rechtsextremen Europaabgeordneten, die den Sozialisten am Mittwoch bei dessen Auftritt in Straßburg unter anderem als „Vize-Kanzler“ von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bezeichnet hatte, seien eine „Schande für das Land“, sagte der frühere konservative Premierminister François Fillon im Sender LCI. Der konservative Abgeordnete Eric Woerth sagte im Sender RTL, er „schäme sich für Frau Le Pen“, die versucht habe, „Frankreich herabzusetzen“.

          Die Vorsitzende der rechtsextremen Front National (FN) war Hollande am Mittwoch bei seinem gemeinsamen Auftritt mit Merkel vor dem Europaparlament in Straßburg verbal angegangen. „Danke Frau Kanzlerin, dass Sie heute mit ihrem Vize-Kanzler gekommen sind, dem Verwalter der Provinz Frankreich“, sagte sie ironisch. Als Frankreichs „Präsidenten“ könne sie Hollande nicht bezeichnen. Le Pen hat Hollande wiederholt vorgeworfen, unter anderem in der Flüchtlingskrise bedingungslos Merkels Kurs zu folgen.

          Hollande ließ sich auf das Rededuell ein: Er warnte vor einer Rückkehr zu „Nationalismus, Populismus, Extremismus“ und verurteilte Bestrebungen, aus Europa auszutreten und sich sogar von der Demokratie abzuwenden.

          Es war das erste Mal überhaupt, dass es zu einem solchen direkten Schlagabtausch zwischen dem französischen Präsidenten und der europafeindlichen Le Pen kam. Viele sahen dies bereits als ersten Vorgeschmack auf die französischen Präsidentschaftswahlen 2017, bei denen Le Pen antreten will.

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