https://www.faz.net/-gpf-8jfdh

Unterstützung aus Deutschland : Tausende demonstrieren für Erdogan

  • Aktualisiert am

Unterstützung für Erdogan: Hunderte Menschen mit türkischen Fahnen stehen in der Nacht zu Samstag vor der türkischen Botschaft in Berlin und demonstrieren gegen den Militärputsch in der Türkei. Bild: dpa

Der Putschversuch in der Türkei hat iin mehreren deutschen Städten türkischstämmige Demonstranten auf die Straße gehen lassen. Tausende zeigten ihre Unterstützung für die türkische Regierung und Präsident Erdogan.

          In vielen deutschen Großstädten sind in der Nacht zu Samstag tausende meist türkischstämmige Demonstranten auf die Straße gegangen, um gegen den Putschversuch von Teilen der Armee zu protestieren.

          Rund 3000 Demonstranten protestierten in Berlin bis in die frühen Morgenstunden vor der türkischen Botschaft gegen den Putschversuch. Die Demonstranten schwenkten türkische Flaggen, manche trugen T-Shirts mit dem Aufdruck „Türkiye“ (Türkei). Vereinzelt wurde auch „Allahu akbar“ (Gott ist am größten) gerufen. Am Morgen leerten sich die Straßen rund um die Botschaft am Tiergarten. Vor der Botschaft standen wenige Polizisten - und weggeräumte rot-weiße Absperrgitter.

          Auf die Frage, ob sie für oder gegen den Militärputsch seien, sagte einer der Teilnehmer: „Es geht hier nicht um Politik, es geht um das Land.“ Um dann hinzuzufügen: „Aber das ist jetzt wieder unter Kontrolle.“ Am frühen Samstagmorgen habe die Nachricht die Runde gemacht, der Putschversuch von Teilen des Militärs sei womöglich niedergeschlagen worden, sagte ein Polizeisprecher. „Deshalb verlassen immer mehr Demonstranten den Platz.“

          Rund 2400 Demonstranten gingen in der Nacht zu Samstag in Stuttgart und Karlsruhe auf die Straße, um friedlich gegen den Putschversuch in der Türkei zu protestieren. In Stuttgart versammelten sich nach Angaben der Polizei rund 600 Türken am Kernerplatz vor dem Türkischen Generalkonsulat.

          Die Demonstranten schwenkten türkische Flaggen, riefen Sprechchöre und zeigten Bilder des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan. Während der Kundgebung kam es auf der Willy-Brandt-Straße und am Neckartor zu Verkehrsbehinderungen.

          Auch in Karlsruhe demonstrierten vor dem Generalkonsulat rund 1800 Türken. „Die Demonstranten brachten dabei ihre Solidarität mit dem aktuellen türkischen Präsidenten zum Ausdruck“, sagte ein Sprecher der Polizei in Karlsruhe. Erst am frühen Samstagmorgen verließen die letzten Demonstranten das Areal um das Konsulat. Die Polizei in Stuttgart und Karlsruhe war in der Nacht jeweils mit rund 60 Beamten im Einsatz.

          In Hamburg versammelten sich in der Nacht zu Samstag rund 1500 Menschen vor dem türkischen Generalkonsulat. Die Teilnehmer seien vermutlich dem regierungstreuen Lager zuzuordnen, wie ein Polizeisprecher mitteilte. Die Versammlung sei friedlich verlaufen. Nach einer Ansprache eines Konsulatsmitarbeiters hätten die Teilnehmer Beifall geklatscht.

          In Bremen zeigten rund 450 Personen ihre Solidarität mit der türkischen Regierung und ihrem Präsidenten Erdogan. Die Demonstranten schwenkten türkische Flaggen. Die Versammlung verlief friedlich. Im Anschluss an die Kundgebung seien vereinzelt Autokorsos durch die Stadt gefahren. Auch in Hannover versammelten sich 360 Menschen vor dem türkischen Generalkonsulat und demonstrierten gegen den Putsch.

          Weitere Themen

          Großer Protest gegen Nationalismus Video-Seite öffnen

          Europa vor den Wahlen : Großer Protest gegen Nationalismus

          Eine Woche vor der Europawahl sind tausende Menschen in mehreren Städten in Deutschland auf die Straße gegangen, um ein Zeichen gegen Nationalismus zu setzen. Europaweit waren Demonstrationen in rund 50 Städten geplant.

          Zehntausende demonstrieren für Europa Video-Seite öffnen

          Gegen Nationalismus : Zehntausende demonstrieren für Europa

          Sie sind für Europa und gegen Nationalismus – das zeigten zehntausende in vielen Städten Deutschlands. Auch das Scheitern der rechtspopulistischen Koalition in Österreich war auf den Demonstrationen ein Thema.

          Topmeldungen

          Österreichs Regierung am Ende : Pech für die Wirtschaft

          Das Aus der schwarz-blauen Regierung ist folgerichtig. Doch wirtschaftlich hat das Bündnis mehr hinbekommen als die Vorgängerregierung. Hoffentlich fällt das Land nicht zurück in Stillstand.

          Wie weiter mit dem Brexit? : Das britische System liegt in Trümmern

          Womöglich kann das britische Parlament einen „No Deal“ nach der Europawahl nicht mehr verhindern. Dann müsste die EU sich auch an die eigene Nase fassen – sie hat zur Polarisierung der Politik im Vereinigten Königreich beigetragen.
          Die 45. Internationale Waffen-Sammlerbörse im März in Luzern

          Mit rund 64 Prozent : Schweizer stimmen für schärferes Waffenrecht

          Die Eidgenossen haben sich den Verbleib im Schengen-Raum gesichert: Eine Mehrheit sprach sich für die Übernahme der verschärften Waffenrichtlinie der EU aus. Bei einer Ablehnung wäre die Mitgliedschaft automatisch nach sechs Monaten erloschen.

          Deutschland beim ESC : S!sters am Ende

          Der deutsche Beitrag beim ESC landet mal wieder auf einem der letzten Plätze. Was haben die S!sters falsch gemacht? Und warum suchen sie die Fehler bei anderen?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.