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Unruhen : Indonesische Eliteeinheiten sollen Massaker auf Borneo stoppen

  • Aktualisiert am

Kämpfer der Dayak blockieren eine Straße auf Borneo Bild: AP

Die Massaker an den Zuwanderern reißen auf der Insel Borneo nicht ab. Indonesische Elitetruppen sollen nun den marodierenden Banden vom Volke der Dayak Einhalt gebieten.

          Der indonesische Präsident Abdurrahman Wahid hat Eliteeinheiten nach Borneo entsandt, um die blutigen Kämpfe auf der Insel zu stoppen. Die 650 Männer sollen die Situation in der Region unter Kontrolle bringen, sagte Sicherheitsminister Susilo Bambang Yugdhoyono am Montag.

          Die Auseinandersetzungen weiteten sich am Dienstag aus. Angehörige des Volkes der Dayak vertrieben mit Speeren und Macheten zugewanderte Maduresen aus ihren Verstecken in Wäldern, wohin sie vor der Gewalt geflohen waren, und zogen mittlerweile auch durch die Provinzhauptstadt Palangkaraya. Die Behörden gehen von rund 1.000 Toten aus, die meisten davon Maduresen. Bis Montagmorgen konnten nach Behördenangaben bereits 11.000 Flüchtlinge auf die indonesische Hauptinsel Java evakuiert werden.

          Schwelender Hass zwischen Ureinwohnern und Zuwanderern

          „Alle Maduresen, die in der Provinz bleiben, werden umgebracht“, kündigte Dayak-Kämpfer Azan Tein an. „Sie respektieren unsere Kultur nicht. Entweder gehen sie oder sie sterben.“ Rund 15.000 Flüchtlinge blieben weiter umzingelt und warteten darauf, von den Behörden evakuiert zu werden.

          Die Gewalt breitete sich auf die Stadt Palangkaraya aus, wohin sich viele geflüchtet hatten. Angehörige der Dayak brannten dort Wohnhäuser und Büros nieder und errichteten Straßensperren. Die zahlenmäßig unterlegenen indonesischen Sicherheitskräfte schritten nicht ein. Sicherheitsminister Susilo Bambang Yudhoyono kündigte jedoch an, die Kämpfe würden „in den nächsten Tagen“ stoppen.

          Hilfstransporte laufen an

          Unterdessen landete ein erstes Militärflugzeug mit Hilfsgütern für die Opfer der gewalttätigen Zusammenstöße der vergangenen Tage in der Provinzhauptstadt Palangkaraya. Die Maschine hatte 14 Tonnen Nahrung, Medikamente und Decken für die 15.000 maduresischen Flüchtlinge an Bord, die im Schutz öffentlicher Gebäude noch auf ihre Evakuierung warten.

          Die Kämpfe wiederholen sich

          Bereits 1999 waren Zuwanderer, die meist von der Insel Madura stammen, das Ziel von Angriffen der Malaien und Dayak. Dabei wurden 3.000 Menschen getötet und Tausende vertrieben. Ursache der Ausschreitungen ist das vor 20 Jahren begonnene Umsiedlungsprogramm der indonesischen Regierung Suharto: Sie verteilte seit Bewohner der dichter besiedelten Hauptinseln auf weniger besiedelte Außeninseln - ohne Rücksicht auf die dort lebenden Volksgruppen. Während der vergangenen zwei Jahrzehnten wurden rund 650.000 Familien von Java, Madura, Bali und Lombok auf andere Inseln umgesiedelt.

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