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Union und SPD : Koalitionsmäuse

Die drei Koalitionsparteien vibrieren vor Tatendrang: Endlich geht es wieder um die eigene Profilierung.

          Von wegen, die drei Parteien der großen Koalition seien träge und langsam. Das galt höchstens für die Zeit des Zueinanderfindens. Seit Jahresbeginn aber vibrieren sie vor Tatendrang, schließlich geht es jetzt wieder um die eigene Profilierung.

          Bei der CSU ist das Bürsten gegen den Strich um diese Jahreszeit völlig normal, der Wallfahrtsort Kreuth trägt ja nicht umsonst das Wort „wild“ im Namen. Dazu stehen auch noch die Kommunalwahlen in Bayern vor der Tür. Doch auch die SPD verdeutlicht gleich in den ersten Wochen, dass sie nicht noch einmal den Abnickverein der Kanzlerin machen wird. Zu diesem Zweck imitiert der neue Justizminister in Sachen Vorratsdatenspeicherung seine Vorgängerin von der FDP, deren Starrköpfigkeit manchen in der Union zur Weißglut getrieben hatte.

          Sehr frei nach Marx könnte man sagen: Die Parteien haben den Koalitionsvertrag verschieden interpretiert, denn es kommt ihnen darauf an, die Welt nach ihren Vorstellungen zu verändern. Oder aber auch weniger marxistisch: Ist die Katze im Krankenhaus, tanzen die Koalitionsmäuse auf dem Kabinettstisch.

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