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Unicef-Bericht : Jedes vierte Kind in Deutschland ist nicht glücklich

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Die Schatten eines Kindes und einer erwachsenen Person sind auf einer Straße mit Kopfsteinpflaster zu sehen (Archivbild). Bild: dpa

Kindern mit schwachem familiärem Rückhalt und denen, die gemobbt werden, geht es deutlich schlechter. Auch die Corona-Pandemie belastet den Nachwuchs.

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          Suizidversuche, mentale Probleme, Übergewicht, aber auch unzureichende schulische Kenntnisse kennzeichnen laut dem UN-Kinderhilfswerk Unicef das Aufwachsen von viel zu vielen Kindern in wohlhabenden Industrieländern. Auch in Deutschland ist jedes vierte Kind unzufrieden mit seinem Leben, wie die am Donnerstag veröffentlichte Report-Card des UNICEF-Forschungszentrums Innocenti ergab. Zugleich warnt das Hilfswerk vor gravierenden Gefahren für das Kindeswohl durch die Covid-19-Pandemie.

          Für den Report „Worlds of Influence: Understanding what shapes child well-being in rich countries“ („Einflusssphären - was das Wohlergehen von Kindern in reichen Ländern prägt“) wurden vergleichbare nationale Daten aus 41 Ländern der OECD und der Europäischen Union ausgewertet. Die Niederlande, Dänemark und Norwegen liegen in Bezug auf das Wohlbefinden von Kindern auf den ersten drei Plätzen. Deutschland liegt im oberen Mittelfeld auf Rang 14.

          In den meisten Ländern geben weniger als 80 Prozent der 15 Jahre alten Mädchen und Jungen an, zufrieden mit ihrem Leben zu sein. Am wenigsten in der Türkei (53 Prozent), gefolgt von Japan und Großbritannien. In Deutschland haben der Untersuchung zufolge 75 Prozent der Mädchen und Jungen eine hohe Lebenszufriedenheit, folglich jedoch jedes vierte Kind nicht. Kinder, die wenig Unterstützung von ihren Familien erhalten oder unter Mobbing leiden, geht es mental signifikant schlechter.

          Der Anteil der Kinder mit Fettleibigkeit (Adipositas) und Übergewicht ist während der vergangenen Jahre gewachsen. Betroffen ist etwa eines von drei Kindern bei besonders wachsenden Raten in Südeuropa. In Deutschland liegt der Anteil bei 27 Prozent.

          Insbesondere hebt Unicef die enormen Belastungen für Kinder durch die Corona-Pandemie hervor. Dazu zählen: der Verlust von Angehörigen und Freunden, Angst, Ausgangsbeschränkungen, fehlende Unterstützung, Schulschließungen, das Ausbalancieren von Arbeit und Privatleben in den Familien, unzureichender Zugang zu Gesundheitsmaßnahmen sowie Einkommens- und Jobverluste. Diese Belastungen gefährden die mentale und körperliche Gesundheit und Entwicklung von Kindern. Mit dem erwarteten starken Rückgang der Wirtschaftsleistung in den nächsten zwei Jahren in fast allen Ländern wird ohne schnelle Gegenmaßnahmen der Regierungen die Kinderarmut steigen.

          Etwa 40 Prozent aller Befragten verfügen mit 15 Jahren nicht über grundlegende Fähigkeiten im Lesen und Rechnen. Bulgarien, Rumänien und Chile schneiden hier am schlechtesten ab, am besten die Mädchen und Jungen in Estland, Irland und Finnland.

          In den meisten Ländern hat eines von fünf Kindern nur wenig Vertrauen in seine soziale Fähigkeit, neue Freunde zu finden, am wenigsten die Kinder in Chile, Japan und Island. In Deutschland sagen lediglich 72 Prozent der Mädchen und Jungen, dass es ihnen leichtfällt, schnell Freundschaft zu schließen.

          Fortschritte zeigt der Unicef-Report mit Blick auf Vorschulangebote, die im Schnitt 95 Prozent aller Kinder erhalten. Die Zahl der jungen Menschen, die weder zur Schule gehen, noch eine Ausbildung machen, ist in 30 von 37 Ländern gesunken. Diese wichtigen Fortschritte seien allerdings durch Covid-19 in Gefahr.

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