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UN-Waffeninspekteur : Annan sagt Nein zu Irak-Angriff

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Der Generalsekretär der Vereinten Nationen lehnt einen möglichen Angriff zum Sturz Saddam Husseins ab.

          1 Min.

          UN-Generalsekretär Kofi Annan hat sich erneut gegen einen möglichen Angriff der USA gegen Irak ausgesprochen. Ein Angriff zum Sturz des irakischen Präsidenten Saddam Hussein wäre unklug, sagte Annan in einem am Donnerstag verbreiteten Interview der arabischen Tageszeitung „El Hajat“. Für solche Pläne gäbe es seinen Angaben zufolge auch keine Unterstützung des Weltsicherheitsrates.

          Auch Jordaniens König Abdullah II. warnte kurz vor seinem Treffen mit Präsident Bush vor einem Militärangriff auf den Irak. Es wäre ein „schrecklicher Fehler“, wenn Washington die Warnungen seiner Verbündeten vor einem solchen Angriff missachten würde, sagte er der „Washington Post“.

          Senat beginnt Anhörung

          Am selben Tag begann im außenpolitischen Ausschuss des Senats eine zweitägige Anhörung zu dem Thema. Dabei rieten Irak-Experten den USA von einem Angriff gegen Bagdad ab. Der Ausschuss untersucht, ob Irak eine Bedrohung darstellt und ob Saddam Hussein mit militärischer Gewalt gestürzt werden sollte. Die Risiken einer Militäraktion müssten genau abgewogen werden, sagte der Vorsitzende des Ausschusses, der demokratische Senator Joseph Biden. Außerdem müssten die Folgen für das irakische Volk berücksichtigt werden.

          Der ehemalige UN-Waffeninspekteur Richard Butler sagte vor dem Senat, er glaube nicht an eine Zusammenarbeit zwischen Irak und internationalen Terrororganisationen. Der irakische Diktator Saddam Hussein lasse weiterhin chemische und biologische Waffen entwickeln. Es sei jedoch kaum vorstellbar, dass er eine solche Machtquelle mit anderen teile. „Ich habe keinen Beweis dafür gesehen, dass Irak nichtirakischen Terrorgruppen Massenvernichtungswaffen zur Verfügung stellt“.

          Vorsitzender will Pläne sehen

          Biden forderte Präsident George W. Bush auf, genaue Pläne für die Zeit nach einem möglichen militärischen Angriff darzulegen. „Es wäre eine Tragödie, wenn wir in Irak einen Tyrannen entfernen und nur Chaos hinterlassen“, erklärte er.

          Butler sprach sich für eine enge Zusammenarbeit der USA mit Russland aus, um Irak zu einer Zustimmung zu neuen Waffeninspektionen zu bewegen.

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