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UN-Schutztruppe : Briten wollen Friedenstruppe führen

  • Aktualisiert am

Thema Afghanistan: Powell und Blair in der Downing Street Bild: AP

Großbritannien hat angeboten, die geplante Friedenstruppe für Afghanistan zu führen.

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          Großbritannien hat angeboten, die Führung der geplanten Friedenstruppe in Afghanistan übernehmen. Es müssten allerdings noch viele Details geklärt werden, sagte der britische Premierminister Tony Blair am Dienstag in London bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem amerikanischen Außenminister Colin Powell. Dieser begrüßte das Angebot.

          „Ich freue mich, dass das Vereinigte Königreich vorangehen und sich für eine führende Rolle anbieten will“, sagte Powell in Paris, bevor er nach Gesprächen mit dem französischen Staatspräsidenten Jacques Chirac und Außenminister Hubert Vedrine nach London weiterreiste. Als nächster Schritt müsse nun eine UN-Resolution herbeigeführt werden, erklärte Powell.

          Details noch zu klären

          Nach US-Angaben geht es bei den noch zu klärenden Fragen unter anderem darum, wie lange Großbritannien die Führung innehaben solle. Es gebe Vorschläge, dass schließlich die Türkei die Rolle übernehmen solle. Die Zeit dränge allerdings, räumten Blair und Powell ein. Die Interimsregierung in Afghanistan soll am 22. Dezember eingesetzt werden.

          Die afghanische Nordallianz hat sich für die Stationierung eine internationalen Friedenstruppe in einer Stärke von höchstens 1000 Mann in der Hauptstadt Kabul ausgesprochen. Ein Sprecher des künftigen Verteidigungsministers Mohammed Kasim Fahim sagte am Mittwoch, die Soldaten sollten für den Schutz von Gebäuden der designierten Übergangsregierung eingesetzt werden.

          Russland: Keine Beteiligung an UN-Truppe

          Die russische Führung hat am Dienstag trotz anders lautender Medienberichte Planungen für eine Beteiligung an einer UN-Schutztruppe für Afghanistan abgestritten. „Russland hat überhaupt keine Pläne, Wünsche oder Absichten, irgendwelche Militäreinheiten nach Afghanistan zu schicken“, sagte Verteidigungsminister Sergej Iwanow in der Stadt Rostow am Don. Dagegen zitierte die Moskauer Tageszeitung „Kommersant“ Generalstabsoffiziere mit den Worten, es würden „weniger als 1000 Soldaten“ nach Afghanistan geschickt.

          Powell: Noch keine Entscheidung über weitere Militäroperationen

          Powell versicherte auf der Pressekonferenz mit Blair auch, dass die USA vor einer Ausweitung ihres Anti-Terrorkampfs über Afghanistan hinaus ihre Verbündeten konsultieren würden. Der amerikanische Präsident George W. Bush habe aber noch keine Entscheidung zur „zweiten Phase“ der Militäroperation getroffen. Das Netzwerk des islamischen Fundamentalistenführers Usama bin Ladin müsse jedoch überall dort wo es tätig sei, zerstört werden. Die Arbeit sei erst erledigt, wenn sämtliche Al-Qaida-Zellen auf der ganzen Welt zerstört seien.

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