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UN-Kindergipfel : Washington beharrt auf Todesstrafe für Kinder

  • Aktualisiert am

Der Weltkindergipfel in New York hat einstimmig einen Aktionsplan zur Bekämpfung der Kinderarmut verabschiedet.

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          Nach fast 30-stündigen Marathonverhandlungen haben die Delegierten des ersten UN-Weltkindergipfels einen Durchbruch erzielt und sich auf einen Aktionsplan geeinigt. Mit diesem soll das Wohl der Kinder auf der ganzen Welt verbessert werden.

          Bis zuletzt rangen die mehr als 180 Teilnehmerstaaten zum Abschluss des dreitägigen Gipfels am Freitagabend (Ortszeit) in New York um den Wortlaut des Papiers. Der zunächst auf 15 Jahre angelegte Aktionsplan ist in strittigen Fragen wie Aufklärung, Abtreibung und Todesstrafe ein Kompromiss zwischen den USA und den meisten anderen Staaten.

          „Nettes Baby zur Welt gebracht“

          Der stellvertretende deutsche UN-Botschafter Hanns Schumacher, derdie Verhandlungen über das Schlussdokument leitete, zeigte sich erleichtert. Nach mehrtägiger harter Arbeit habe man „ein wirklich nettes Baby zur Welt gebracht“, sagte Schumacher.

          UNICEF-Direktorin Carol Bellamy zeigte sich zufrieden mit dem Ergebnis, mahnte aber die Umsetzung des Aktionsplanes an. „Der Erfolg einer UN-Konferenz hängt nicht von der Verabschiedung eines Dokumentes ab, sondern davon, was danach passiert“, sagte sie. Regierungsunabhängige Organisationen warfen den Delegierten der Europäischen Union vor, den Forderungen der konservativen US-Regierung nachgegeben zu haben. Washington lehnte vor allem das Verbot der Todesstrafe für minderjährige Täter sowie die Verpflichtung zu sexueller Aufklärung ab. Eine Absatz zur Gesundheitsversorgung für Schwangere lehnten die USA ab, weil die Formulierung als Aufforderung zur Abtreibung missverstanden werden könne.

          „Eine kindgerechte Welt“

          Der Aktionsplan mit dem Titel „Eine kindgerechte Welt“ (siehe Link) konzentriert sich auf vier wesentliche Bereiche: Gesundheitsförderung, Zugang zu umfassender und qualifizierter Ausbildung, Schutz der Kinder vor Gewalt und Ausbeutung sowie Kampf gegen Aids. „Wenn die Staats- und Regierungschefs ihre Zusagen einhalten, können wir innerhalb weniger Jahre enorme positive Veränderungen in der Welt erreichen“, sagte Bellamy. Der New Yorker Weltkindergipfel war die wichtigste internationale Konferenz über die Kinder der Welt seit mehr als einem Jahrzehnt. 1990 waren die UN-Mitgliedstaaten das letzte Mal zusammengekommen, um über die Rechte der Kinder zu diskutieren.

          Nach dem Beschluss des Weltkindergipfels hat Bundesfamilienministerin Christine Bergmann (SPD) einen „Nationalen Aktionsplan“ zur Verbesserung der Lage von Kindern angekündigt. Das Dokument sei nötig, um die in New York formulierten Ziele bundesweit umzusetzen, erklärte die Ministerin in einer Stellungnahme am Samstag. Dabei sei es wichtig, Kinder und Jugendliche an der Erstellung des Planes zu beteiligen.

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