https://www.faz.net/-gpf-2f1l

Umwelt : Mehrwegverpackungen gelten als umweltverträlicher

  • Aktualisiert am

Getränkeverpackungen haben 1998 etwa 2,5 Milliarden Tonnen Müll produziert

          1 Min.

          Schon ab dem nächsten Sommer ist ein Zwangspfand auf die Bierdose und Einwegflaschen möglich. Hintergrund der umstrittenen Pfandpläne von Bundesumweltminister Jürgen Trittin
          (Grüne) ist die noch von der früheren Bundesregierung verabschiedete Verpackungsordnung. Diese schreibt für Verpackungen einen Mindestanteil von Mehrwegsystemen von 72 Prozent vor. Diese Quote wurde bei Bier und Mineralwasser bereits 1997 und 1998 unterschritten.

          Sollte sich dies auch 1999 wiederholt haben, müsste nach dem geltenden Recht auf Dosen und Einwegflaschen mit Bier und Mineralwasser ab 2001 ein Pfand von etwa 50 Pfennig erhoben werden. Trittin hält aber auch 15 bis 30 Pfennig Pfand für ausreichend, um den gewünschten Effekt einer Stützung der Mehrwegquote zu erzielen. Eine Änderung der Verpackungsordnung ist nur mit Zustimmung der Länder im Bundesrat möglich.

          32 Milliarden Liter Getränke

          In Deutschland wurden 1998 rund 32 Milliarden Liter Mineralwasser, Säfte, Bier, Wein und andere Getränke konsumiert. Der mit Abstand größte Teil davon - nämlich 22,5 Milliarden Liter oder 70 Prozent - kam nach Angaben des Bundesumweltamtes (UBA) in Mehrwegverpackungen wie Pfandflaschen aus Glas oder Kunststoff zu den Verbrauchern.

          Die restlichen 9,5 Milliarden Liter verteilen sich auf Einwegverpackungen: 3,3 Milliarden Liter in Glasflaschen, drei Milliarden Liter in so genannten Verbundkartons, 2,7 Milliarden Liter in Dosen und 0,5 Milliarden Liter in sonstigen Einwegverpackungen.

          Insgesamt produzierten die Getränkeverpackungen 1998 etwa 2,5 Millionen Tonnen Müll. Ein großer Teil davon wurde wieder verwertet, etwa über die Sammlung von Altglas und Verpackungen mit dem Grünen Punkt. Nicht eingerechnet in diese Bilanz sind 1,4 Milliarden Liter Milch. Zahlen über die Verteilung dieser Menge auf Mehrweg- und Einwegverpackungen lagen nach UBA-Angaben nicht vor. 1991 hatte die Dose einen Anteil von zwölf Prozent des gesamten Biermarkts. 1998 lag
          dieser bereits bei 20,5 Prozent.

          Mehrweg-Getränkeverpackungen gelten als besonders umweltverträglich. Dies ist das Fazit der im Sommer vom UBA vorgelegten Ökobilanz. Ökologisch vorteilhaft sind danach sowohl Mehrweg-Flaschen aus Glas wie auch aus dem Kunststoff PET. Hingegen werden Einweg-Glasflaschen und Getränkedosen aus Aluminium oder Weißblech als ökologisch besonders nachteilig eingestuft.

          Weitere Themen

          Sechs Jahre Haft für Aufruf zum Klatschen

          Urteil in Belarus : Sechs Jahre Haft für Aufruf zum Klatschen

          Ein Minsker Gericht verurteilt den Schlagzeuger Alexej Santschuk wegen seines kreativen Protestaufrufs zu sechs Jahren Haft. Ähnlich harte Urteile fallen gegen widerständige Studenten und tanzende Aktivisten.

          Topmeldungen

          Die Zahl der Internet-Attacken nimmt zu.

          Cyber-Kriminalität : Im Netz der kaltblütigen Erpresser

          Hacker dringen mit ihren Angriffen in immer sensiblere Bereiche vor. Sie nehmen Daten als Geisel und Tote in Kauf. Treffen kann es jeden.
          Ministerpräsident Netanjahu am Donnerstag mit israelischen Grenzpolizisten in Lod

          Profiteur der Gaza-Eskalation : Netanjahus politische Rückkehr

          Netanjahu war wegen des Korruptionsprozesses und mehrfach gescheiterter Koalitionsbildungen politisch in Bedrängnis. Dass der Gaza-Konflikt jetzt wieder eskaliert ist, kommt dem israelischen Ministerpräsidenten zugute.

          Aufflammender Antisemitismus : Wer jetzt schweigt

          Gerade bezeugen wir wieder, dass viele „Israel-Kritiker“ den Nahostkonflikt nicht verstehen. Sie wollen nicht sehen, was die Hamas anrichtet. Und auf der Straße zeigt der Antisemitismus sein Gesicht.
          Impflinge haben nach ihrer Impfung gegen Corona ein Pflaster auf dem Oberarm.

          Inzidenz und Impfrekord : Ist das der Anfang vom Ende der Pandemie?

          Die Inzidenz sinkt bundesweit unter 100, die Zahl der Impfungen erreicht einen Rekordwert. Das stimmt selbst den Gesundheitsminister optimistisch. Doch Fachleute blicken schon auf eine weitere Variante des Virus.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.