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Umstrittene Papst-Vorlesung : Islamische Staaten fordern Entschuldigung Benedikts

  • Aktualisiert am

Proteste gegen den Papst in Pakistan Bild: dpa

Auch nach einem Papst-Treffen mit den Botschaftern aus muslimischen Staaten hält die Kontroverse über die Islam-Äußerungen von Benedikt XVI. an. Eine Organisation 56 islamisch geprägter Staaten hat den Papst aufgefordert, sein umstrittenes Zitat zu „beseitigen“.

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          Auch nach einem Papst-Treffen mit den Botschaftern aus muslimischen Staaten hält die Kontroverse über die Islam-Äußerungen von Benedikt XVI. an. Nach vielen versöhnlichen Stellungnahmen in aller Welt forderte nun die Organisation der Islamischen Konferenz (OIC), die 56 Länder vertritt, den Vatikan am Dienstag (Ortszeit) in New York auf, das Mohammed-Zitat des Papstes „zurückzuziehen oder zu beseitigen“, um den richtigen Geist der Christenheit im Umgang mit islamischen Themen zu demonstrieren.

          Der Pontifex hatte sich erst am Montag in der päpstlichen Sommerresidenz mit Vertretern aus muslimischen Gesandten aus 22 Nationen getroffen und seiner „Wertschätzung und tiefem Respekt“ vor Angehörigen des islamischen Glaubens geäußert. Es war das vierte Mal, daß Benedikt XVI. versuchte, die Wogen in dem seit zwei Wochen andauernden Streit zu glätten. (Siehe auch: Papst ruft den Islam zu Gewaltlosigkeit auf)

          Die OIC-Minister, die sich am Rande der UN-Vollversammlung in New York trafen, bedauerten die Äußerungen und warnten, diese könnten vielleicht Spannungen zwischen der muslimischen Welt und dem Vatikan erzeugen, die den wahren Interessen der zwei Parteien entgegenstünden.

          Benedikt XVI.: „Wertschätzung und tiefer Respekt”
          Benedikt XVI.: „Wertschätzung und tiefer Respekt” : Bild: dpa

          Während seines Deutschland-Besuches Mitte September hatte Benedikt in einer Vorlesung in Regensburg einen byzantinischen Kaiser und Gelehrten aus dem Mittelalter mit den Worten zitiert: „Zeig mir doch, was Mohammed Neues gebracht hat, und da wirst du nur Schlechtes und Inhumanes finden wie dies, daß er vorgeschrieben hat, den Glauben, den er predigte, durch das Schwert zu verbreiten.“ In der muslimischen Welt hatten die Äußerungen massive Proteste ausgelöst. (Siehe auch: FAZ.NET-Spezial: Protest gegen Papstworte)

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