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Schlechte Noten für Söder : Harter Kurs in Flüchtlingspolitik zahlt sich für CSU nicht aus

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Markus Söder stößt mit seinem Kurs auf wenig Gegenliebe in Bayern. Bild: dpa

Bei der kommenden Landtagswahl drohen der CSU weiterhin herbe Verluste. Die Bundeskanzlerin erhält laut der jüngsten Umfrage in Bayern mehr Zuspruch als Ministerpräsident Söder.

          Ihr harter Kurs in der Flüchtlingspolitik macht sich für die CSU einer Umfrage zufolge bei den Wählern bislang nicht bezahlt. Bei einer Landtagswahl käme sie derzeit auf 40 Prozent der Stimmen, wie aus der am Montag veröffentlichten Umfrage des Forsa-Instituts unter 2500 Personen für das Trendbarometer von RTL und n-tv hervorgeht. Das wären 7,7 Punkte weniger als bei der Wahl 2013. Im Februar kam die CSU bei Forsa noch auf 42 Prozent. Die von der CSU heftig attackierte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) erhält in Bayern zugleich mehr Zuspruch als Ministerpräsident Markus Söder. Auch aus der CSU kommen vermehrt Mahnungen, den Bogen in der Auseinandersetzung mit der CDU nicht zu überspannen und auf europäische Lösungen zu setzen.

          “Mit ihrem rabiaten Vorgehen gegen die Kanzlerin schadet die CSU-Spitze nicht nur der Union insgesamt, sondern vor allem auch der eigenen Partei“, sagte Forsa-Chef Manfred Güllner der Mediengruppe RTL. In Bayern wird Mitte Oktober gewählt.

          Wie die Umfrage ergab, sind 56 Prozent der Bayern mit der Arbeit Söders „weniger zufrieden oder unzufrieden“, nur 38 Prozent äußerten sich zufrieden. Das Urteil über Söder sei damit fast so schlecht wie das über seinen Vorgänger Seehofer im Dezember 2017. Mehrheitlich zufrieden mit Söder sind lediglich die Anhänger der CSU (56 Prozent) und noch stärker der AfD (67 Prozent). Mit der Arbeit von Merkel sind dagegen mehr Bayern (43 Prozent) zufrieden: Selbst unter den CSU-Anhängern schneidet Merkel mit 61 Prozent besser ab als Söder. Auch die Arbeit von Innenminister Horst Seehofer bewerten in Bayern nur 37 Prozent positiv, 61 Prozent negativ.

          Die meisten Bundesbürger sind unterdessen gegen den von Seehofer geforderten nationalen Alleingang in der Flüchtlingspolitik. Sie unterstützen der Umfrage zufolge zu 71 Prozent die von Merkel angestrebte europäische Lösung. Auch 68 Prozent der Bayern wollen ein gemeinsames europäisches Vorgehen.

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