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Ukraine : Poroschenko droht Separatisten mit Vergeltung

  • Aktualisiert am

Präsident Petro Poroschenko Bild: dpa

Die Ukraine hat der 49 Toten beim Abschuss eines Militärflugzeugs mit einem Tag der Trauer gedacht. Präsident Poroschenko sagte, die Separatisten würden für den „zynischen Terrorakt“ teuer zahlen.

          Nach dem Abschuss eines Militärflugzeugs mit 49 Soldaten an Bord hat der ukrainische Präsident Petro Poroschenko den prorussischen Separatisten mit Vergeltung gedroht. Für „zynischen Terrorakt“ würden die Aufständischen im Osten des Landes teuer zahlen, sagte er in Kiew. Für Montag berief Poroschenko den nationalen Sicherheitsrat ein. Die Ukraine gedachte der 49 Toten am Sonntag mit einem Tag der Trauer. Die Separatisten bekannten sich dazu, das Flugzeug beim Anflug auf den Flughafen von Luhansk mit Raketen beschossen zu haben.

          Der ukrainische Außenminister Andrij Deschtschizja sagte, die Ukraine überlege den Abbruch der diplomatischen Beziehungen zu Russland, wenn Moskau weiter zur Verschärfung der Lage in der Ostukraine beitrage. Die Nato hatte am Wochenende Bildmaterial vorgelegt, das die ukrainische Behauptung stützen soll, die Panzer der Separatisten in der Ostukraine seien aus Russland geliefert worden.

          Nach ukrainischen Angaben haben die Separatisten aus Russland auch anderes schweres Gerät sowie Boden-Luft-Raketen erhalten. Mehrere Konvois mit Waffen und Munition seien gestoppt worden. Bundeskanzlerin Angela Merkel und der französische Präsident Francois Hollande forderten den russischen Präsidenten Putin in einem Telefonat auf, die russisch-ukrainische Grenze besser zu kontrollieren. Außenminister Frank-Walter Steinmeier forderte, die Verantwortlichen für den Flugzeugabschuss zur Rechenschaft zu ziehen. „Jeder, der solche Taten begeht oder gutheißt, disqualifiziert sich für einen Dialog“, sagte Steinmeier der Zeitung „Die Welt“. Die Grenze zwischen Russland und der Ukraine müsse für Kämpfer und Waffen „undurchlässig gemacht werden“. Das russische Außenministerium beschuldigte seinerseits die Ukraine, in den vergangenen Tag mehrmals mit Hubschraubern und Militärfahrzeugen die russische Grenze verletzt zu haben.

          Vor der russischen Botschaft in Kiew war es Samstag zu Ausschreitungen gekommen. Aus einer Menschenmenge heraus wurde das Gebäude mit Steinen und Farbbeuteln beworfen. Moskau war den ukrainischen Sicherheitskräften vor, sie seien nicht eingeschritten.

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