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Ukraine-Krise : Moskaus angebliche Ängste

Matthias Platzeck gibt den Russland-Versteher. Wir, der Westen, hätten russische Ängste nicht ernst genommen. Als ob jemand wie Putin Angst vor der Nato hätte!

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          Der frühere SPD-Vorsitzende Platzeck kann sich in Russlands Psyche hineinfühlen und fordert mehr Nachgiebigkeit gegenüber Moskau: Wir, der Westen, hätten russische Ängste nicht ernst genommen. Er meint die „Einkreisungsängste“. Ein Blick auf die Landkarte würde genügen, um wenigstens diesem Teil der Kreml-Propaganda nicht auf den Leim zu gehen.

          Außerdem: Als ob jemand wie Präsident Putin vor der Nato Angst hätte! Die russische Führung fürchtet etwas ganz anderes: dass Länder, die sie in kolonialer Selbstverständlichkeit Russlands Einflussbereich zuschlägt, auf dem Weg zu Marktwirtschaft, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit vorankommen, und dass auch die Russen deswegen ins Grübeln kommen könnten.

          Selbstverständlich ist Russland ernst zu nehmen, so wie die Ukraine. Wir hätten schon vor Jahren ernst nehmen sollen, dass Putin den Zerfall der Sowjetunion „die größte geopolitische Katastrophe des 20. Jahrhunderts“ nannte. Dann hätten wir das Trauma der ehemaligen Herrscher über ein Imperium eher erkannt. Und ahnen können, was alles unter Traumatherapie fällt. Nichts davon rechtfertigt die Zerschlagung der Ukraine.

          Klaus-Dieter Frankenberger

          verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.

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