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Ernährungssicherheit : Getreide als Waffe Russlands

Getreide, die neue Waffe in Russlands Krieg Bild: dpa

Russland hält Getreide zurück und stiehlt es aus der Ukraine. Als Gegenleistung für Getreidelieferungen fordert Russland Sanktionserleichterungen. Die Kriegswaffe Getreide ist gezückt.

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          An Zynismus ist dieses Verhalten kaum mehr zu übertreffen. Erst blockiert Russland ukrainische Häfen, stellt selbst den Export seines Getreides ein und raubt dann auch noch die Ernten der Ukraine. Jeder einzelne Schritt ist bereits eine weitere russische Kriegserklärung, in diesen Fällen gegen die Ernährungssicherheit vieler Menschen.

          Dreist behaupten dann die Kriegsherrn im Kreml auch noch, an der drohenden Hungersnot in vielen Ländern seien ja die gegen Russland verhängten Sanktionen schuld. Dabei unterliegen die Getreideausfuhren aus Russland keinerlei Sanktionen.

          Russische Erpressung

          Die Kriegswaffe Getreide ist gezückt, die nächste Runde im Krieg um das Getreide ist eingeläutet. Weltweit steigen die Getreidepreise, in einigen Ländern drohen Brotunruhen, in anderen Hunger. Der Kreml macht sich diese bedrohliche Entwicklung zunutze, indem er den Westen erpresst: Getreide will er dann liefern, wenn Sanktionen, die ihn offenbar doch hart treffen, zurückgenommen werden.

          Es ist alles andere als glaubwürdig, wenn Putin und Lawrow mit ihren verlogenen Gesten gegenüber besonders betroffenen afrikanischen Staaten in die Rolle karitativer Wohltäter schlüpfen wollen. Denn es ist allein Russland, das für die Not vieler Menschen verantwortlich ist.

          Schließlich war es der frühere russische Präsident Medwedew, der von der „stillen Waffe“ der Nahrungsmittel gesprochen hat.

          Rainer Hermann
          Redakteur in der Politik.

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