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Ukip-Chef in Straßburg : Farage verteidigt Brexit-Votum

  • Aktualisiert am

Guckt skeptisch: Nigel Farage im EU-Parlament in Straßburg Bild: dpa

Den Menschen in Großbritannien sei es egal, ob es ihnen nach einem Brexit wirtschaftlich besser gehe. Sie wollen vor allem die Unabhängigkeit ihres Landes, ist der Ukip-Chef überzeugt.

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          Nigel Farage, der Anführer der britischen Ukip-Partei, hat das Votum der britischen Bevölkerung, sich aus der EU zurückzuziehen, verteidigt. Im EU-Parlament in Straßburg sagte er, Großbritannien habe seine Unabhängigkeit gewählt. Den Menschen sei es egal gewesen, ob es ihnen nach einem Austritt besser oder schlechter geht, sie wollten vielmehr nicht mehr von „alten, grauen Männern“ regiert werden. Die EU sei nur gut für große Konzerne, die sich kleine Konkurrenz vom Hals halten könnten und deshalb haben die „kleinen, anständigen, normalen Leute“ auch für den Brexit gestimmt, so Farage weiter.

          Farage erklärte in der Pressekonferenz, dass er positiv gestimmt in die Zukunft blicke. Denn selbst, wenn die EU nach zwei Jahren Verhandlungen kein Abkommen mit Großbritannien schließen wolle, und das Land auf die Regeln der Welthandelsorganisation zurückfalle, sei das immer noch besser als der gegenwärtige Zustand, denn momentan habe das Land einen „rotten deal“. Im gleichen Atemzug porträtierte sich Farage als jemand mit einer positiven Vision von Europa, denn wenn die EU „in dieser Form“ aufgehört habe zu existieren, könne es endlich wieder ein Europa geben, in dem alle Länder als Freunde und Nachbarn zusammenarbeiteten.

          Trotz der Ankündigung seines Rücktritts vom Parteivorsitz, der vor der nächsten Unterhauswahl in Kraft treten soll, wolle er sein Mandat im EU-Parlament bis zum Schluss erfüllen, sagte Farage in der Pressekonferenz. Wenn er dann nciht mehr in Brüssel sei, werde er vor allem die sozialen Aspekte des Parlaments vermissen, denn es gebe „vernünftige Leute auf beiden Seiten jeden Streits“. Auch seine Rolle als Bösewicht werde er vermissen. Nicht fehlen werde ihm das Wahlsystem im Parlament, denn „ehrlich gesagt, keiner der Abgeordneten weiß nach einem Votum, worüber er abgestimmt hat“.

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