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Kölner Silvesternacht : Bundespolizei ermittelt 32 Tatverdächtige

  • Aktualisiert am

Polizeifahrzeuge vor dem Kölner Dom Bild: dpa

In 22 Fällen, die von der Bundespolizei festgestellt wurden, sind Asylbewerber die Tatverdächtigen. Zwei Männer wurden in der Nacht festgenommen, inzwischen sind sie wieder auf freiem Fuß.

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          Die Bundespolizei stellte in der Silvesternacht am Kölner Hauptbahnhof nach bisherigem Stand 32 Straftaten  mit namentlich bekannten Tatverdächtigen fest. Das erklärte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums am Freitag. Es handele sich überwiegend um Körperverletzungen und Diebstähle. Zwar seien wegen Sexualdelikten drei Strafanzeigen bei der Bundespolizei eingegangen. Tatverdächtige seien in diesen Fällen aber nicht ermittelt worden.

          Unter den 32 Tatverdächtigen sind zehn algerische, zehn marokkanische, vier syrische, fünf iranische, ein irakischer, ein serbischer und ein amerikanischer sowie zwei deutsche Staatsangehörige. 22 von ihnen seien Asylbewerber. Es handelt sich demnach lediglich um Fälle, die in den Zuständigkeitsbereich der Bundespolizei und nicht der Kölner Polizei fielen - also auf dem Bahnhofsgelände und bis zu einer Entfernung von 30 Metern auf dem Vorplatz.

          Zwei Tatverdächtige wieder freigelassen

          Zwei am Freitag festgenommene mutmaßliche Trickdiebe wurde dagegen nach wenigen Stunden wieder auf freien Fuß gesetzt. Der Tatverdacht gegen die beiden habe sich nicht erhärtet, sagte Staatsanwalt Benedikt Kortz der Deutschen Presse-Agentur. Bei den 16 und 23 Jahre alten Männern aus Marokko und Tunesien sollen nach Polizeiangaben Handys sicher gestellt worden sein. Nach Angaben von WDR und „Kölner Stadt-Anzeiger“ zeigen die Videos Ausschreitungen und Übergriffe auf Frauen. Polizei und Staatsanwaltschaft kommentierten das nicht.

          In der Silvesternacht hatten sich der Polizei zufolge rund 1000 Männer auf dem Bahnhofsvorplatz versammelt, viele davon aggressiv und betrunken. Aus kleineren Gruppen heraus seien dann Frauen sexuell angegriffen, bedroht und bestohlen worden. Zeugen zufolge sahen Verdächtige nordafrikanisch oder arabisch aus.

          Laut eines Berichts des Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ sollen Handys, die in der Silvesternacht gestohlen wurden, durch Kölner Ermittler geortet worden sein.  In einzelnen Fällen führte die Spur in Flüchtlingsheime und ihr Umfeld, heißt es in einer Vorabmeldung des Magazins. Weiterhin heißt es, die Zahl der Anzeigen im Zusammenhang mit der Silvesternacht sei auf 200 angestiegen.

          Vorwürfe, die Bundespolizei sei in Köln unterbesetzt gewesen, wies der Sprecher abermals zurück. In der Silvesternacht seien 67 Beamte der Bundespolizei am Kölner Hauptbahnhof im Einsatz gewesen – deutlich mehr als an normalen Abenden und auch mehr als am Silvesterabend ein Jahr zuvor.

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