https://www.faz.net/-gpf-91eqo

Pressestimmen zum Fernsehduell : „Der personalisierte Konjunktiv“

  • Aktualisiert am

Angela Merkel, Martin Schulz und die Moderatoren des TV-Duells am Sonntag in Studio Bild: WDR/Reuters

„Merkel glänzte nicht, musste sie aber auch nicht“. Die Medien sind sich einig: Martin Schulz hat sich zwar gut präsentiert, aber für einen Wahlsieg wird es kaum reichen. Die Presseschau.

          4 Min.

          Das Fernsehduell zwischen Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und SPD-Herausforderer Martin Schulz hat ein breites Echo in den Medien gefunden - und wird sehr unterschiedlich kommentiert.

          „Münchner Merkur“: „Nach wirklich spannenden Unterschieden in den Politikangeboten von Kanzlerin und Kandidat mussten die Zuschauer des TV-Duells mit der Lupe suchen. Ob ein gefühltes Patt für den Herausforderer aber reicht, um auf den letzten Metern noch so etwas wie Wechselstimmung herbeizuzaubern? Große Zweifel sind erlaubt.“

          „Sueddeutsche.de“: „Schulz ist eigentlich der viel bessere Redner. Aber das Eigentlich zählt nicht an so einem Abend; Schulz konnte es nicht zeigen, er kam zu selten in Fahrt, er konnte sich nicht entfalten, er konnte kaum Punkte sammeln, kaum Treffer landen. Merkel gelang das besser, auch deswegen, weil sie von den Moderatoren viel weniger unterbrochen wurde als Schulz. Die Frager behandelten Merkel wie eine Majestät und Schulz wie ihren Domestiken; und Schulz gelang es zu selten, das abzustellen. Er präsentierte sich zu oft im Konjunktiv, ja er war der personalisierte Konjunktiv.“

          „Badische Zeitung“: „Klare Kante, klare Aussagen - damit punktete Schulz mehrmals gegen eine wie immer abwägende Merkel. Besonders spürbar war das in der Frage des Umgangs mit der Türkei. Allerdings wirkte Schulz später ein wenig so, als feiere er innerlich bereits seine stramme Performance. Merkel blieb Merkel und machte gerade dadurch das Beste daraus: Sie dozierte, erklärte und vergaß nie den Hinweis, dass die SPD in der Koalition fast immer dabei war.“

          Merkel gegen Schulz : Die wichtigsten Momente des TV-Duells

          „rp-online.de“: „Eines muss man nach dem TV-Duell sagen: Deutschland hat zwei überzeugte und vernunftgesteuerte Demokraten, die sich für das Amt des Regierungschefs bewerben. Das ist angesichts der Populisten und Autokraten, die anderswo regieren, nicht das allerschlechteste.“

          „ntv.de“: „Im Rückblick wird man vermutlich sagen: Das TV-Duell war der Moment, als Martin Schulz die Bundestagswahl endgültig verloren hat. Der SPD-Kanzlerkandidat hätte beim Aufeinandertreffen mit Angela Merkel deutlich besser sein müssen als die Bundeskanzlerin. Das war er nicht. Im Gegenteil.“



          „Heilbronner Stimme“: „Schulz sollte attackieren und die Kanzlerin in die Ecke drängen. Doch der Kandidat verzettelte sich und rutschte einige Mal auf dem glatten Duell-Parkett aus.“

          „welt.de“: „Angela Merkel hat dieses am Ende ziemlich glanzlose Duell gewonnen, und Martin Schulz hat es nach einem ziemlich beeindruckenden Anfang verloren, weil er nicht bei seinen intellektuellen Leisten blieb. Seinen Schlussgag hatte er am Anfang verbraten und danach mit Machismo und heiterer Ruppigkeit versucht, die Kanzlerin unter Druck zu setzen. Das gelang auch, ein paar Treffer saßen. Aber sie reichten nicht, um die Kanzlerin ins Wanken zu bringen und schon gar nicht reichte es, um sich selbst als einen Politiker zu präsentieren, dem die noch unschlüssigen Wähler zutrauen, Deutschland als europäische Führungsmacht in schwierigen Zeiten zu führen.“

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          CDU sucht neuen Chef : Ein Mann für alle

          Die CDU diskutiert darüber, wer ihr neuer Vorsitzender werden könnte. Doch davor stellt sich die Frage: Wie bestimmt man das überhaupt?
          Larry Fink

          Hanks Welt : King of Wall Street

          BlackRock-Gründer Larry Fink hat die Finanzbranche revolutioniert. Sein Le­ben beweist, dass sich Erfolg nicht planen lässt, dass aber ein paar Dinge den Er­­folg wahrscheinlicher machen.

          Erich von Däniken : Die Außerirdischen sind hier

          Seit sechs Jahrzehnten fahndet Erich von Däniken nach Besuchern aus dem All. Doch bis heute ist ihm kein einziger begegnet. Das macht ihn „himmeltraurig“, lässt ihn aber nicht zweifeln.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.