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Ramstein : Türkische Nato-Soldaten stellen Asylanträge in Deutschland

  • Aktualisiert am

Türkische Kampfflugzeuge vom Typ F-16 „Fighting Falcon“ 2013 auf der amerikanischen Luftwaffenbasis in Ramstein Bild: Picture-Alliance

In Ramstein befindet sich das Hauptquartier der Nato-Luftstreitkräfte. Mehrere dort stationierte türkische Soldaten wollen nun Asyl in Deutschland bekommen. Drohen diplomatische Verwicklungen mit der Türkei?

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          Vier Monate nach dem Putschversuch in der Türkei haben mehrere türkische Soldaten aus dem Nato-Hauptquartier im pfälzischen Ramstein in Deutschland um Asyl gebeten. Eine genaue Zahl nannte der Landrat des Kreises Kaiserslautern, Paul Junker (CDU), am Mittwoch nicht. Auch von Familienangehörigen der Soldaten seien Asylanträge eingegangen. Zuvor hatte der Südwestrundfunk (SWR) darüber berichtet.

          „Wir haben Asylanträge von mehr als einer türkischen Familie bekommen“, sagte Junker. Zu den Gründen der Antragsteller erklärte er nur: „Wir können es uns alle denken, aber ich sage Ihnen dazu nichts weiter.“ Auch zum Aufenthaltsort der Flüchtlinge machte er keine Angaben. Die Anfang November gestellten Anträge seien an die Außenstelle des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) in Trier weitergeleitet worden.

          Auf dem amerikanischen Militärflugplatz im pfälzischen Ramstein ist das Hauptquartier der Nato-Luftstreitkräfte angesiedelt. Zu den rund 500 Soldaten, die dort stationiert sind, gehören nach Angaben eines Nato-Sprechers etwa 30 Türken. Nach dem gescheiterten Putsch vom 15. Juli in der Türkei waren unter anderem auch Tausende Soldaten festgenommen worden.

          Das rheinland-pfälzische Integrationsministerium in Mainz wollte sich zu dem Fall nicht näher äußern. „Wir machen generell aus Gründen der Sicherheit und des Schutzes der Persönlichkeitsrechte keine Angaben zu Anfragen, die Einzelpersonen im Asylverfahren betreffen“, sagte eine Sprecherin.

          Der SWR berichtete unter Berufung auf die Erste Kreisbeigeordnete des Kreises Kaiserslautern, Gudrun Heß-Schmidt (CDU), es handele sich um Soldaten, die in Kürze wieder zurück in die Türkei verlegt werden sollten.

          Der Politikwissenschaftler Markus Müller von der Technischen Universität im nahen Kaiserslautern sagte dem SWR, das Asylverfahren könne diplomatische Verwicklungen mit der Türkei nach sich ziehen. Stimme das BAMF den Anträgen zu, würde es die Türkei als Unrechtsstaat anerkennen.

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