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Türkische Gedankenspiele : Leichtsinn, Wahnsinn

  • -Aktualisiert am

Erwägt Ankara tatsächlich, einen Angriff auf das Bürgerkriegsland Syrien zu provozieren? Es wäre dann wohl kaum vertretbar, dass sich die Bundeswehr daran beteiligen sollte, das Nato-Mitglied Türkei zu verteidigen.

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          Gedankenspiele gehören zum politischen Geschäft, auch zum außenpolitischen. Wenn aber ein türkischer Außenminister nebst Staatssekretär, ein Geheimdienstchef und der stellvertretende Generalstabschef miteinander reden und erkennbar im Ernst erwägen, einen Zwischenfall zu fingieren, um einen Angriff auf das Bürgerkriegsland Syrien zu rechtfertigen, dann ist das kein Gedankenspiel mehr, sondern ein Vorgang zwischen Leichtsinn und Wahnsinn.

          Abgesehen von der Lage an der Grenze zwischen der Ukraine und Russland, ist die an der Grenze zwischen der Türkei und Syrien die derzeit explosivste weltweit. Niemand weiß genau, wozu das syrische Regime sich hinreißen lassen könnte.

          Jetzt weiß man nicht einmal mehr, wozu die Türkei imstande ist. An dieser Nato-Außengrenze stehen deutsche Soldaten, um sie zu schützen.

          Der Nato-Vertrag sieht für den Fall eines syrischen Angriffs vor, dass auch die Bundeswehr zur Verteidigung des Nato-Mitglieds Türkei bereitsteht. Aber wäre eine solche Beteiligung politische vertretbar, wenn Ankara den Angriff provozierte? Wohl kaum.

          Eckart Lohse

          Leiter der Parlamentsredaktion in Berlin.

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