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Türkei und Qatar : Erdogans Keule

Erdogan stellt sich hinter Qatar. Doch dort sollte man sich lieber nicht zu sicher sein, dass die Freundschaft des Türken ewig währt.

          Dass Erdogans Poltereien kein Maß kennen, weiß man in Deutschland schon länger. Derzeit machen die arabischen Golfstaaten Bekanntschaft mit der verbalen Keule des türkischen Präsidenten. Ihr Vorgehen gegen das Emirat Qatar verstoße gegen internationales Recht, kritisierte er, nachdem Saudi-Arabien und seine Verbündeten eine Liste mit Forderungen präsentiert hatten.

          Kein Wunder: Ein Punkt lautet, dass Qatar die militärische Kooperation mit der Türkei einstellen müsse. Das passt Erdogan nicht in den Kram: Auch wenn die Präsenz türkischer Soldaten in dem Golfstaat militärisch (noch) nicht ins Gewicht fällt, so ist sie doch eines der letzten Überbleibsel von Ankaras Regionalmacht-Träumen, die durch den Aufstieg islamistischer Bewegungen nach 2011 befeuert worden waren.

          Im Verbund mit Qatar hatte die Türkei die Muslimbrüder unterstützt. Die stehen bei Saudi-Arabien und seinen Partnern jedoch auf der Abschussliste. Dennoch unterhielt Ankara lange gute Beziehungen nach Riad. Auch aus diesem Grund sollte man sich in Qatar lieber nicht zu sicher sein, dass Erdogans Freundschaft ewig währt.

          Christian Meier

          Redakteur in der Politik.

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