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Staatsminister berichtet : Yücel geht es Umständen entsprechend gut

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Der deutsch-türkische Journalist Deniz Yücel (Archivbild vom September 2015) Bild: dpa

Erstmals konnten deutsche Diplomaten mit dem in der Türkei inhaftierten Journalisten Deniz Yücel sprechen. Die Einzelhaft belaste ihn sehr, sagte der Staatsminister im Auswärtigen Amt Michael Roth.

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          Deutsche Diplomaten haben zum ersten Mal Zugang zu dem vor sieben Wochen in der Türkei festgenommenen deutsch-türkischen Journalisten Deniz Yücel erhalten. „Es geht Herrn Yücel den Umständen entsprechend gut“, sagte der Staatsminister im Auswärtigen Amt Michael Roth am Dienstag in Istanbul. Die Einzelhaft werde von Yücel aber als sehr belastend empfunden. Der 43 Jahre alte Journalist, der bis zu seiner Verhaftung als Korrespondent der Zeitung „Die Welt“ arbeitete, wurde von Generalkonsul Georg Birgelen in der Haftanstalt besucht; zuvor war ein Anwalt des Generalkonsulats bei ihm.

          Roth äußerte die Hoffnung, dass der gewährte Zugang zu Yücel kein Einzelfall bleibe: „Das kann für uns nicht der Abschluss sein. Wir erwarten weiterhin, dass die konsularische Betreuung umfänglich gewährleistet wird, und wir setzen uns weiterhin für die Freilassung von Deniz Yücel ein.“ Roth war am Montag zu politischen Gesprächen zunächst nach Ankara und dann weiter nach Istanbul gereist. Der Staatsminister hat auch mit einem Anwalt Yücels und Familienangehörigen gesprochen.

          Roth sagte, dass Yücel ein kritischer Journalist sei, rechtfertige nicht, ihn zu inhaftieren. Die Bundesregierung werde sich mit seiner Inhaftierung nicht abfinden. Es handele sich hier um „eine der großen Bewährungsproben in den deutsch-türkischen Beziehungen“. Die deutsche Seite arbeite zudem daran, dass die Einzelhaft beendet werde.

          Die türkische Justiz wirft Yücel Terrorpropaganda und Volksverhetzung vor. Schon Anfang März hatte der türkische Ministerpräsident Binali Yildirim Bundeskanzlerin Angela Merkel den konsularischen Zugang zugesagt. Die Bundesregierung pocht seitdem auf Einhaltung des Versprechens, das aber erst jetzt eingelöst wurde.

          Yücel dankte unterdessen seinen Unterstützern für ihre Solidaritätsaktionen. In einem von seinen Anwälten übermittelten Appell, den die „Welt“ am Dienstag druckte, rief er dazu auf, oppositionelle türkische Zeitungen wie „Cumhuriyet“, „Birgün“ und „Evrensel“ zu abonnieren, um ihnen damit zu helfen. Über Briefe freue er sich, auch wenn ihn diese illegalerweise nicht direkt erreichten. Yücels Schwester, Ilkay Yücel, erklärte laut „Welt“ nach einem Besuch bei ihrem Bruder: „Er ist nicht deprimiert, er lässt sich nicht einschüchtern. Und er bereut auch nicht, was er geschrieben hat.“

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