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Türkei und Syrien : Wie leicht

Die Nato hat kein Interesse daran, dass die türkisch-syrische Krise eskaliert. In einen Krieg gegen Assad will sie nicht hineingezogen werden.

          Der türkische Ministerpräsident Erdogan hat sich ein paar Tage Zeit gelassen, bis er zurückschlug. Den Schießbefehl, den er als Reaktion auf den Abschuss seines Aufklärungsflugzeuges für die Truppen an der Grenze zu Syrien ausgab, ergänzte er durch eine politische Kampfansage: Ankara will nicht mehr ruhen, bis der „blutdürstige Diktator“ Assad gestürzt ist. Selbst wenn Erdogan gerne vom „furchtbaren Zorn“ der Türkei et cetera redet, hat er damit offener als andere das Ziel benannt, das viele verfolgen, ohne zu wissen, wie es zu erreichen ist: den „regime change“ in Damaskus.

          Nato und EU glauben mit guten Gründen nicht, dass dieser von außen mit militärischen Mitteln zu erzwingen ist, weswegen beide den Ball flach halten auch nach diesem Abschuss, der im Übrigen demonstriert - sollte das die Absicht gewesen sein? -, wie gut die Syrier mit russischen Flugabwehrraketen umgehen können. Vielleicht wollte Assad auch zeigen, wie leicht er die Türkei in einen Krieg verwickeln und so einen Flächenbrand auslösen könnte, in den über Artikel 5 die ganze Nato hineingezogen werden würde.

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