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Türkei und Russland : Erdogans Wunsch an Putin

Recep Tayyip Erdogan und Wladimir Putin am 15. September 2022 in Samarkand Bild: Getty

Auch als NATO-Mitglied scheut die Türkei enge Beziehungen mit Russland und China nicht. Denn Erdogan erhofft sich von ihnen eine wirtschaftliche Hilfestellung.

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          Die Außenpolitik der Türkei irritiert. Vertreten durch Präsident Erdogan, nahm sie als einziges NATO-Mitglied in Samarkand am Gipfeltreffen der Schanghaier Organisation für Zusammenarbeit teil.

          Für die Türkei ist das kein Widerspruch. Zwar entfernt sie sich von Werten wie Demokratie und Menschenrechten; doch unverändert sieht sie die NATO als eine unentbehrliche Garantie für ihre Sicherheit. Das schließt enge Beziehungen Ankaras zu Autokratien wie Russland und China nicht aus – zumal Erdogan die kommenden Wahlen ohne Hilfe vor allem Russlands nicht gewinnen kann.

          So ist Erdogan mit der Ankündigung nach Samarkand gereist, mit Präsident Putin über einen Preisnachlass bei Gas zu sprechen. Denn die Türkei bezieht die Hälfte ihres Gases, das gleichbleibend fließt, aus Russland und zahlt dafür den Weltmarktpreis. In den vergangenen zwölf Monaten haben die Türken aufgrund der anhaltend hohen Inflation aber ein Viertel ihrer Kaufkraft eingebüßt.

          Bitte um Preisnachlass bei Gas

          Geraten nun im Winter die Energiekosten außer Kontrolle, schwinden Erdogans Chancen, im Frühjahr wiedergewählt zu werden. Das gilt umso mehr, als die steigende Rechnung für Energieimporte das Defizit der Leistungsbilanz in einem Maße erhöht, dass der Abwertungsdruck auf die Lira kaum mehr aufzufangen sein wird.

          Sollte Putin zu einem Rabatt bereit sein, würde er Erdogan sehr helfen. Offen ist, was er dafür verlangt.

          Rainer Hermann
          Redakteur in der Politik.

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