https://www.faz.net/-gpf-6mkuq

Türkei und Israel : Einsam

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu Bild: dpa

Israel ist auf dem besten Weg, mit der Türkei seinen wichtigsten Partner in der islamischen Welt zu verlieren. Der Preis dafür, sich nicht zu entschuldigen, ist hoch.

          1 Min.

          Ministerpräsident Netanjahu zeigt sich unbeeindruckt. Es gebe nichts, wofür sich Israel in der Türkei entschuldigen müsse. Auch wenn noch nicht klar ist, ob Ankara alle Drohungen in die Tat umsetzt: Die Regierung in Jerusalem ist auf dem besten Wege, ihren wichtigsten Partner in der islamischen Welt zu verlieren. Als ob Israel nicht schon genug Probleme hätte.

          Aus Ägypten, wo der Friedensvertrag mit Israel sehr unpopulär ist, kam am Wochenende die Forderung, endlich den israelischen Botschafter auszuweisen. Bis zu seinem Sturz hatte Präsident Mubarak dafür gesorgt, dass Israel sich auf das wichtige arabische Land verlassen konnte. Jordanien pflegt seine diplomatischen Beziehungen zu Israel halbherzig. Sie sind so unterkühlt wie nie zuvor.

          Dabei braucht Israel angesichts des Sturms, der sich in den Vereinten Nationen zusammenbraut, jede Unterstützung, die es bekommen kann. Spätestens, wenn die PLO erfolgreich beantragt, Palästina als Mitgliedstaat aufzunehmen, wird es noch einsamer um Israel werden. Der Preis dafür, sich bei der Türkei nicht zu entschuldigen, ist sehr hoch.

          Hans-Christian Rößler

          Politischer Korrespondent für die Iberische Halbinsel und den Maghreb mit Sitz in Madrid.

          Folgen:

          Weitere Themen

          Merz: „Verlegung hat mit Corona wenig zu tun“

          CDU-Parteitag : Merz: „Verlegung hat mit Corona wenig zu tun“

          Die Vermutung, dass „andere Erwägungen“ hinter der Absage des Parteitags stecken, liegt für Friedrich Merz auf der Hand. Auf die Frage, ob er nicht selbst zum Establishment der CDU gehöre, gab er am Abend eine eindeutige Antwort.

          Topmeldungen

          Friedrich Merz, Kandidat für den CDU-Vorsitz, spricht mit Journalisten.

          CDU-Parteitag : Merz: „Verlegung hat mit Corona wenig zu tun“

          Die Vermutung, dass „andere Erwägungen“ hinter der Absage des Parteitags stecken, liegt für Friedrich Merz auf der Hand. Auf die Frage, ob er nicht selbst zum Establishment der CDU gehöre, gab er am Abend eine eindeutige Antwort.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.