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Türkei : Pflichten und Vorteile

Zusammenarbeit mit der Türkei heißt das Gebot der Stunde. Dabei helfen Drohungen und Erpressungsversuche nicht weiter – im Gegenteil.

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          Die Türkei ist Mitglied der Nato und will Mitglied der EU werden. Sie steht dem Westen nah und fern. Ihre Führung gefällt sich in autoritärem Gehabe und reagiert gereizt auf jedwede Kritik. Dabei heißt das Gebot der Stunde Zusammenarbeit, so wie im europäisch-türkischen Flüchtlingsabkommen vereinbart.

          Klaus-Dieter Frankenberger

          verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.

          Das Abkommen erlegt beiden Parteien Pflichten auf und gewährt Vorteile – warum wäre es sonst geschlossen worden? Dafür, dass die Türkei illegal nach Griechenland gelangte Flüchtlinge zurücknimmt, stellt die EU Hilfsgelder und Visafreiheit für türkische Staatsbürger in Aussicht. Im Gegenzug muss Ankara 72 Bedingungen erfüllen – alle 72.

          Offenbar glaubt die türkische Regierung, sie könne einen Rabatt erzwingen und droht deshalb mit dem Ende der Vereinbarung. Bei ihrem Besuch am Samstag wird die Kanzlerin ihre Gastgeber darauf hinweisen können, wie kurzsichtig derlei Drohungen sind. Ja, die EU erhofft sich von der Mitwirkung der Türkei Entlastung; die jüngsten Zahlen belegen das auch. Aber „erpressen“ lassen wird sie sich nicht. „Erpressung“ funktionierte übrigens auch umgekehrt.

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