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Türkei : Mutmaßlicher Bombenleger in Ankara erschossen

  • Aktualisiert am

Nach den Schüssen Bild: REUTERS

Vor dem Justizministerium in Ankara hat die Polizei einen mutmaßlichen Selbstmordattentäter erschossen. Der Mann habe versucht, in das Gebäude zu gelangen, um dort eine Bombe zu zünden.

          Die türkische Polizei hat in der Nähe des Amtssitzes von Ministerpräsident Tayyip Erdogan in Ankara am Freitag einen mutmaßlichen Selbstmordattentäter erschossen.

          Bei dem 25 Jahre alten Attentäter handele es sich um ein gesuchtes Mitglied der linksextremen Terrororganisation DHKP-C, teilte die Polizei mit. Die DHKP-C ist vor allem wegen Hungerstreik-Proteste gegen türkische Hochsicherheitsgefängnisse und Isolationshaft bekannt. Medienberichten zufolge sollte der Anschlag Justizminister Cemil Cicek gelten. Der Minister sprach von einem „bedauerlichen Vorfall“.

          Der Mann habe versucht, durch den Besuchereingang in das Justizministerium zu gelangen, um dort eine Bombe zu zünden, berichtete der türkische Nachrichtensender Habertürk. Als die Eingangskontrolle Alarm auslöste, habe der Verdächtige das Ministerium fluchtartig verlassen. Nach einer kurzen Verfolgungsjagd, bei der mehrere Schüsse fielen, sank der Mann tot zu Boden, wie auf Fernsehbildern zu sehen war.

          Auf der Flucht, kurz vor den tödlichen Schüssen

          Ein Reporter von Reuters-TV sah den Mann tot in einer Blutlache liegen. Das türkische Fernsehen zeigte Bilder, wie die Polizei in der Innenstadt auf den etwa 35jährigen mutmaßlichen Attentäter schoß. Augenzeugen berichteten, der Mann habe seinen Sprengstoff nicht zünden können.

          Später war zu sehen, wie ein Angehöriger eines Bombenräumkommandos in Schutzausrüstung das Hemd des mutmaßlichen Angreifers öffnet, unter dem ein Zylinder und Schnüre zum Vorschein kamen. Der Sprengsatz konnte nach zehn Minuten entschärft werden.

          Der Vorfall weckte Erinnerungen an Selbstmordanschläge auf jüdische und britische Einrichtungen in Istanbul im Jahr 2003. Mehr als 60 Menschen waren dabei getötet worden. Die moslemische Extremisten-Organisation Al-Qaida bekannte sich damals zu den Attentaten. Mehrere Dutzend Menschen müssen sich derzeit wegen dieser Anschläge vor Gericht verantworten.

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