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Nach Putschversuch : Türkischer Oppositionschef Kilicdaroglu warnt vor „Hexenjagd“

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Der Chef der Republikanischen Volkspartei, Kemal Kilicdaroglu, fordert mehr Druck der internationalen Institutionen auf Recep Tayyip Erdogan. Bild: AFP

Die türkische Regierung geht mit aller Härte gegen mutmaßliche Unterstützer des Umsturzversuchs vor. Oppositionschef Kilicdaroglu fordert von der Kanzlerin, sich deutlich gegen undemokratische Sitten bei Recep Tayyip Erdogan auszusprechen.

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          Der türkische Oppositionschef Kemal Kilicdaroglu warnt nach dem gescheiterten Militärputsch vor einer „Hexenjagd“ in seinem Land. „Es darf in der Türkei jetzt keine Hexenjagd gegen Unschuldige geben. Journalisten zu verhaften wird unserer Demokratie schaden“, sagte der Vorsitzende der säkularen Republikanischen Volkspartei (CHP) der „Bild“-Zeitung (Freitagsausgabe).

          Er forderte größeren internationalen Druck auf Staatschef Recep Tayyip Erdogan: Nicht nur Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), sondern alle EU-Institutionen könnten sich „viel deutlicher und viel lauter gegen die undemokratischen Sitten aussprechen“.

          Gleichzeitig verteidigte Kilicdaroglu das harte Vorgehen gegen die Gülen-Bewegung und sieht diese hinter dem Putschversuch. „Ich denke, dass die Vorwürfe gegen die Gülen-Bewegung auf Fakten beruhen. Es gibt starke Anzeichen dafür, dass Teile dieser zusammen mit einzelnen beim Militär hinter dem Putsch stecken“, sagte Kilicdaroglu.

          Die türkische Regierung hatte den in den Vereinigten Staaten lebenden islamischen Prediger Fethullah Gülen und seine Anhänger für den gescheiterten Militärputsch vom 15. Juli verantwortlich gemacht. Seitdem geht die türkische Staatsführung mit aller Härte gegen mutmaßliche Unterstützer des Umsturzes vor. Landesweit wurden fast 16.000 Verdächtige festgenommen, unter ihnen neben Armeeangehörigen auch Richter, Polizisten und Staatsanwälte.

          Auch die Arbeit von Journalisten wurde massiv eingeschränkt. Gegen dutzende kritische Journalisten wurden Haftbefehle erlassen. Darüber hinaus ordnete die Regierung die Schließung von insgesamt 131 Redaktionen und Verlagshäusern an.

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