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Kommentar : Merkels wichtiger Satz

Hunderttausende demonstrieren gegen TTIP, aber die Katastrophe in Aleppo bringt die Deutschen nicht auf die Straße. Die Kanzlerin hat eine wichtige Lektion in Zynismus erteilt.

          Merkwürdig: Wegen eines Handelsabkommens mit Amerika gehen Hunderttausende empört auf die Straße. Das mörderische Vorgehen des syrischen Regimes, in Komplizenschaft mit Russland und Iran, gegen die eigene Bevölkerung regt nur wenige auf. Und das, obwohl die Flüchtlingskrise, deren Ursache auch der syrische Krieg ist, hierzulande Politik und Gesellschaft mehr verändert hat als irgend etwas anderes seit der Wiedervereinigung. Aber keine Reaktion.

          Natürlich ist es eine Schande, wie die Kanzlerin beklagt, dass es nicht gelingt, Korridore in das belagerte Aleppo einzurichten. Doch die darin einwilligen müssten, kümmert das Elend der Zivilbevölkerung kein bisschen. Ihr kalter Zynismus geht so weit, im UN-Sicherheitsrat ein Veto gegen eine Feuerpause einzulegen. Russland und China – schöne Partner sind das. Klar, Putin will die Sache militärisch bis zum Amtsantritt Trumps weitgehend erledigt haben. Dann ist es ein neues Spiel, mit einem Mann im Weißen Haus, dem Aleppo gleichgültig ist und der sich mit einem Russland einlassen will, an dem im Mittleren Osten kein Weg vorbeiführt.

          Klaus-Dieter Frankenberger

          verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.

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