Tsipras in Moskau :
Keine russische Lösung für Europas Problemfall

Von Majid Sattar, Michael Stabenow, Berlin/Brüssel
Lesezeit: 4 Min.
Alexis Tsipras und Dmitrij Medwedjew am Donnerstag in Moskau
Erleichtert nimmt man in Berlin und Brüssel den Verlauf von Tsipras’ Moskau-Reise zur Kenntnis: Trotz aller Rhetorik stellt Russland keine wirtschaftliche Alternative für Griechenland dar.

Wenngleich Zeitpunkt und Inszenierung des Besuchs Alexis Tsipras’ im Kreml in Berlin und Brüssel als Provokation betrachtet werden, herrscht nach der Visite doch grundsätzliche Erleichterung darüber, dass der griechische Ministerpräsident die rote Linie nicht überschritten hat. In der Bundesregierung fühlt man sich darin bestätigt, die Angelegenheit schon vorher gelassen gesehen zu haben. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte beim Besuch des französischen Staatspräsidenten François Hollande Anfang April in Berlin – zu Tsipras Reiseplänen befragt – schulterzuckend bemerkt: Beide, Hollande und sie, seien ja auch schon in Moskau gewesen und trotzdem Mitglieder der Europäischen Union. In der Bundesregierung heißt es nun, was zähle, sei, dass alle Staats- und Regierungschefs in der EU sich im März darauf geeinigt hätten, die vollständige Umsetzung des Minsker Maßnahmenpakets und die Sanktionspolitik synchron zu behandeln.

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