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Tschetschenien : Bassajew bekennt sich zum Anschlag von Beslan

  • Aktualisiert am

Mann des Terrors: Schamil Bassajew Bild: AP

Der tschetschenische Terrorist ließ per Internet verbreiten, Rebellen hätten „eine Serie erfolgreicher militärischer Operationen“ ausgeführt, darunter die „Operation in der Stadt Beslan“.

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          Der tschetschenische Rebellenanführer Schamil Bassajew hat sich im Internet zu der Geiselnahme von Beslan bekannt. Dabei wurden vor zwei Wochen mehr als 339 Geiseln getötet, unter ihnen 156 Kinder.

          Brigaden der von Bassajew geführten Gruppe Rijadus-Salichin hätten zudem die beiden Anschläge auf russische Passagiermaschinen verübt, bei denen Ende August 89 Menschen ums Leben kamen, erklärte Bassajew am Freitag auf einer Internetseite der Separatisten. Bassajew ist der meistgesuchte Mann Rußlands und hat sich seit Beginn des ersten Tschetschenien-Krieges Mitte der neunziger Jahre zu zahlreichen Anschlägen, Geiselnahmen und Überfällen bekannt.

          Bassajew: Putin ist für den Tod der Geiseln verantwortlich

          „Die Operation ... in der Stadt Beslan (wurde ausgeführt) vom zweiten Märtyrer-Bataillon unter dem Befehl von Oberst Orstchojew", hieß es in der mit dem Kampfnamen Bassajews, Abdallah Schamil, unterzeichneten Interneterklärung. Er machte den russischen Präsidenten Wladimir Putin für die Tragödie verantwortlich, der von Anfang an geplant habe, die Schule stürmen zu lassen. Insgesamt hielten die Extremisten in der Schule mehr als 1.100 Menschen zwei Tage lang ohne Wasser und Lebensmittel fest. Die Geiselnehmer hätten den Abzug der russischen Truppen aus Tschetschenien gefordert, zumindest jedoch den Rücktritt Putins, erklärte Bassajew.

          Nach der Tragödie von Beslan hat Putin ein hartes Durchgreifen gegen Extremisten im Kaukasus angeordnet. Verhandlungen mit den Rebellenführern über eine Unabhängigkeit der russischen Provinz lehnt er ab und wirft den Separatistenführern vor, Teil einer „terroristischen Internationale“ zu sein.

          Die russische Regierung hatte Bassajew bereits hinter dem Anschlag vermutet

          Die russische Regierung hatte Bassajew bereits hinter den Geiselnahme vermutet. Er wisse, daß Bassajew die Aktion persönlich geführt habe, sagte Außenminister Sergej Lawrow am vergangenen Freitag dem katarischen Fernsehsender Al Dschazira.

          Bassajew zählt zum islamistischen Flügel des tschetschenischen Widerstands. Der frühere tschetschenische Präsident Aslan Maschadow, der dem nationalistischen Teil der Rebellen zuzurechnen ist, verurteilte immer wieder Anschläge gegen Zivilisten, zuletzt nach dem blutigen Ende des Geiseldramas von Beslan. Die russische Regierung hat auf Bassajew und Maschadow ein Kopfgeld von umgerechnet acht Millionen Euro ausgesetzt.

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