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Tschechien : Kein Favorit für Havel-Nachfolge

  • Aktualisiert am

Ende einer Ära: Vaclav Havel tritt ab Bild: AP

In Tschechien geht an diesem Mittwoch die Präsidentenwahl in die erste Runde.

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          In der tschechischen Republik geht an diesem Mittwoch die Präsidentenwahl in die erste Runde. Einen Favorit gibt es nicht.

          Um die Nachfolge von Amtsinhaber Vaclav Havel (66), der aus verfassungsrechtlichen Gründen nicht mehr kandidieren darf, bewerben sich Ex-Justizminister Jaroslav Bures (48, Sozialdemokraten), Ex-Regierungschef Vaclav Klaus (61, Konservative), Jurist Miroslav Krizenecky (56, Kommunisten) und Senatspräsident Petr Pithart (62, Christdemokraten). Das Staatsoberhaupt wird in Tschechien nicht direkt vom Volk, sondern vom Parlament gewählt.

          Kompliziertes Wahlverfahren

          Politische Beobachter gehen davon aus, dass kein Kandidat bereits in dieser ersten Runde mit maximal drei Wahlgängen die erforderliche Mehrheit im Parlament erreicht. Dann würde vermutlich innerhalb einer nicht festgelegten Frist eine zweite Runde mit wiederum maximal drei Wahlgängen stattfinden. Zur Wahl treten am Mittwochmorgen beide Kammern des Parlaments zu einer gemeinsamen Sitzung zusammen. In den ersten zwei Wahlgängen benötigt der Sieger die Mehrheit sowohl im 200 Sitze zählenden Abgeordnetenhaus als auch im Senat mit 81 Mitgliedern. Im möglichen dritten Wahlgang würde die Mehrheit aller anwesenden Abgeordneten beider Kammern zusammen reichen.

          Die maximal drei Wahlgänge der ersten Runde müssen nicht alle am Mittwoch stattfinden. Die Vorsitzenden der regierenden Sozialdemokraten (CSSD) und der konservativen Oppositionspartei ODS sprachen sich am Dienstag dafür aus, den möglichen dritten Wahlgang wegen Konsultationen erst in einer Woche abzuhalten. Allgemein gibt es in der ersten Runde keinen Favoriten, hinter den Kulissen gilt aber die Wahl von Christdemokrat Pithart (KDU-CSL) als möglich. Die zweite Amtszeit von Präsident Havel läuft am 2. Februar aus. Er hatte vor drei Jahren gesagt, er könne sich Pithart als Nachfolger durchaus vorstellen.

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