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Tschechien-Besuch : Schröder: Mißverständnisse mit Prag ausgeräumt

  • Aktualisiert am

Demonstrieren Einigkeit: Schröder und Klaus Bild: dpa/dpaweb

Bundeskanzler Schröder hat am Freitag in Prag die guten Beziehungen zur Tschechischen Republik betont. Doch sowohl beim Thema Vertreibung als auch bei der künftigen EU-Verfassung gibt es Unstimmigkeiten.

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          Bundeskanzler Gerhard Schröder ist zum Auftakt seines eintägigen Tschechien-Besuchs mit Staatspräsident Vaclav Klaus zusammengetroffen. Nach dem Gespräch auf der Prager Burg zeigten sich beide zufrieden mit dem Stand der Beziehung zwischen beiden Ländern.

          Gelegentliche Mißverständnisse und unterschiedliche Ansichten zu verschiedenen Fragen seien ausgeräumt, sagte Schröder. Dies gehöre nun der Vergangenheit an. In Anspielung auf das geplante umstrittene Zentrum gegen Vertreibung in Berlin mahnte Klaus, mit Fragen der Vergangenheit sorgfältig umzugehen. Weiteres Thema war der EU-Beitritt Tschechiens im Mai nächsten Jahres sowie die Bedenken der Prager Regierung gegen den EU-Verfassungsentwurf.

          „Zukunftsorientiertes Verhältnis“

          Zwischen beiden Ländern hatte es im vergangenen Jahr eine Verstimmung gegeben, nachdem der damalige tschechische Ministerpräsident Milos Zeman die Sudetendeutschen als „die fünfte Kolonne Hitlers“ bezeichnet hatte. Schröder sagte daraufhin im März 2002 wegen der Kontroverse um die Vertreibung der Sudetendeutschen einen geplanten Tschechien-Besuch ab.

          Nach einem Treffen mit Ministerpräsident Vladimir Spidla rief Schröder Deutsche und Tschechen zu einem zukunftsorientierten Verhältnis aufgerufen. Man dürfe die Vergangenheit nicht verdrängen und sollte aus ihr lernen. Die Vergangenheit dürfe aber die Zukunft nicht behindern, und auch die deutsch-tschechischen Beziehungen sollten „nach vorne“ gerichtet sein, betonte er.

          In Anwesenheit von Spidla zeichneten die tschechischen Opferverbände den Bundeskanzler für seine Verdienste bei der Entschädigung der NS-Zwangsarbeiter mit einer Bronzeplakette aus. Schröder habe sich durch die Entschädigung als „wagemutiger“ Politiker bewiesen, sagte Spidla. Auch er sprach sich dafür aus, daß die bilateralen Beziehungen auf die Zukunft gerichtet sein sollten. „Das gemeinsame Verhältnis ist auf dem höchsten Niveau der langen gemeinsamen Geschichte beider Länder“, sagte Spidla.

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