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Zwei Jahre Trump : Viel Feind, ein wenig Ehr

Schon zwei Jahre her: Donald Trump leistet den Amtseid für den amerikanischen Präsidenten Bild: AFP

Zwei Jahre ist Donald Trump nun Präsident der Vereinigten Staaten und seine Agenda ist überlagert von Problemen und Skandalen. Doch ganz ohne Erfolge ist er nicht.

          6 Min.

          Als Donald Trump am 20. Januar 2017 auf den Stufen des Kapitols in das Amt des Präsidenten der Vereinigten Staaten eingeführt wurde, kannte er nur ein Thema: „Amerika zuerst“, an dieser Maxime werde er sich als Präsident orientieren, sagte er in seiner Antrittsrede. Das Volk sei von den Politikern in Washington vergessen worden, sagte er: Während diese immer reicher geworden seien, seien im Land Arbeitsplätze verloren gegangen und viele Menschen in die Armut getrieben worden. Doch er werde „mit jedem Atemzug“ dafür kämpfen, dass das besser werde. Trump zeichnete ein Bild Amerikas, das düster war und kaum etwas mit dem zu tun hatte, wie seine Vorgänger das Land gesehen hatten: als Vorbild für alle anderen. Seine Rede war so ungewöhnlich, dass der ehemalige Präsident George W. Bush danach die keiner Übersetzung bedürfende Einschätzung geliefert haben soll: „That was some weird shit.“

          Oliver Kühn

          Redakteur in der Politik.

          Doch entgegen seiner Ankündigung wurde Trumps Amtszeit schon in den ersten Tagen von Ereignissen überschattet, die es dem Präsidenten schwer machten, sich auf den Kampf für das amerikanische Volk zu konzentrieren. Schon am 13. Februar musste Trumps Sicherheitsberater Michael Flynn seinen Posten räumen, weil er dem FBI gegenüber über eine Unterhaltung mit dem russischen Botschafter Kisljak gelogen hatte. Diese frühe Verbindung nach Russland in Trumps Präsidentschaft hält bis heute an und beschäftigt Trump mehr als manches Staatsgeschäft.

          Das meiste davon hat sich der amerikanische Präsident dabei allerdings selbst eingebrockt. Die Entlassung des damaligen FBI-Direktors James Comey am 9. Mai 2017 hätte man ihm vielleicht durchgehen lassen, hätte er nicht am Tag darauf zum russischen Außenminister Lawrow damit geprahlt, er habe den „Spinner“ Comey rausgeworfen, weil das FBI eine Untersuchung wegen der „Russland-Sache“ führe. Die Bundespolizei prüfte damals, ob es im Wahlkampf Verbindungen zwischen offiziellen russischen Stellen und dem Wahlkampfteam Trumps gegeben hatte. Mit dieser Äußerung erweckte Trump jedoch den Anschein, als wolle er die Arbeit der Justiz behindern.

          In der Folge berief das Justizministerium den Sonderermittler Robert Mueller, der diese Untersuchung übernahm und mit einem weitreichenden Auftrag ausgestattet wurde. Außerdem zog sich Trumps Justizminister Jeff Sessions aus der Aufsicht über Mueller und die Russland-Affäre zurück, weil auch er zu Trumps Wahlkampfteam gehört und sich darüber hinaus auch selbst mit dem russischen Botschafter getroffen hatte – eine Begebenheit, die er während seiner Bestätigungsanhörung im Senat jedoch verschwieg. Seit anderthalb Jahren ist die Russland-Affäre ein Damoklesschwert über Trump – und nicht nur seine zahl- und wortreichen Beschwerden auf Twitter über die „Hexenjagd“ lassen erkennen, dass ihm das Ausmaß der Gefahr für seine Präsidentschaft sehr wohl bewusst ist.

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