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Zu hoher Leitzins : Trump meckert über Fed-Chef Powell

  • -Aktualisiert am

Präsident Donald Trump (links) und der Chef der Federal Reserve, Jerome Powell, im November 2017 vor dem Weißen Haus Bild: Reuters

Trump kritisiert den Chef der Notenbank Powell, da dieser den Leitzins für seinen Geschmack zu sehr erhöht hat. Dabei hatte Trump Powell für den Posten selbst nominiert.

          Präsident Trump hat auf einer Spendenveranstaltung den Chef der amerikanischen Notenbank Federal Reserve, Jerome Powell, kritisiert. Trump bemängelte vor wohlhabenden Republikanern auf der Hamptons Spendengala am Freitag, Powell habe den Leitzins zu stark angehoben. Das berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg und beruft sich dabei auf drei Personen, die an der Gala teilgenommen hatten.

          Zuletzt hatte die Fed den Leitzins im Juni um 0,25 Prozentpunkte, auf eine Spanne zwischen 1,75 bis 2 Prozent angehoben, und dies mit der guten Konjunktur begründet. Das bedeutete zugleich der höchste Leitzins seit zehn Jahren. Die Zinsen in Amerika sind, verglichen mit der niedrigen Arbeitslosenquote von unter vier Prozent, auf einem historisch tiefen Level. Die persönlichen Äußerungen Trumps im Rahmen der privaten Spendengala stellten die bislang größte Kritik des Präsidenten an Powell dar.

          Trump sagte demnach, er habe Powell nominiert und erwartet, dass er ein Mann des billigen Geldes sei. Powell habe aber die Zinsen angehoben. Seitdem Trump Präsident ist, erhöhte die Fed den Zinssatz bereits fünfmal. In Amerika kann der Präsident zwar einen Kandidaten für die Spitze der Notenbank vorschlagen, die Notenbank ist aber ein unabhängiges Gremium und nicht an Weisungen des Präsidenten gebunden. In der Vergangenheit zogen die Notenbanker häufiger den Unmut der Präsidenten auf sich, als sie den Leitzins erhöhten, ohne dabei auf die Politik Rücksicht zu nehmen.

          Die Fed rechtfertigte die Erhöhung des Leitzinses mit dem Ziel, eine Inflation von zwei Prozent anzustreben. Die Inflation lag im Juli nach Angaben der amerikanischen Regierung bei 2,9%. Investoren rechnen damit, dass die Notenbank den Leitzins im September abermals anheben werde.

          Drei Millionen Dollar Spenden

          Hogan Gidley, Sprecher des Weißen Hauses, wollte sich nicht zu Trumps Aussagen äußern. Er verwies darauf, dass es sich um eine private Veranstaltung gehandelt habe. Bei der Spendengala waren etwa 60 Personen anwesend. Außer mehreren Firmenchefs waren auch Finanzminister Steven Mnuchin, der Stabschef des Weißen Hauses John Kelly sowie Trumps Schwiegersohn Jared Kushner bei der Gala anwesend.

          Trump hat laut einer Sprecherin des Republican National Committee, dem nationalen Organisationsgremium der Republikanischen Partei, im Rahmen der Spendenveranstaltung etwa drei Millionen Dollar für das Trump Vincotry Committee eingenommen. Die Organisation unterstützt Trumps Kampagne und die Republikaner.

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