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Anti-Drogen-Kampf in Amerika : Legt sich Trump mit der Pharmabranche an?

  • -Aktualisiert am

Donald Trump will gegen die Drogen in Amerika kämpfen. Fragt sich nur: Reichen die Mittel dazu aus? Bild: AFP

Donald Trump hat der Drogenkrise in Amerika den Kampf angesagt. Doch Aufklärung reicht längst nicht mehr, um die von Pharmaunternehmen teils verursachte Sucht-Epidemie in den Griff zu bekommen.

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          Donald Trump rief in dieser Woche angesichts der Drogenkrise im Land einen „öffentlichen Gesundheitsnotstand“ aus – und steckte deswegen sogleich Kritik ein. Viele hätten es lieber gesehen, wenn der Präsident einen „nationalen Notstand“ erklärt hätte. Dadurch hätten die Bundesstaaten mehr Geld bekommen, um die Krise zu bekämpfen. Der Topf, aus dem die Staaten wegen einer „public emergency“ Gelder erhalten können, ist mit 57.000 Dollar nicht gerade prall gefüllt.

          Anders hätte es bei einem nationalen Notstand ausgesehen: Dann hätten Gelder, die aus dem Katastrophenfonds des Bundes stammen, für die Bekämpfung der Sucht-Epidemie bereit gestellt werden können. Das Weiße Haus wies die Kritik zurück – für andauernde Krisen wie diese sei die Benennung als nationale Notsituation ungeeignet. Trump ist damit zurückgerudert, nachdem eine von ihm eingesetzte Kommission im Sommer noch vom nationalen Notstand gesprochen hatte. Das Magazin „Politico“ berichtete, dass viele in der Regierung nicht gewillt seien, Milliarden für Drogensüchtige auszugeben – auch wenn ländliche Gegenden, die den Republikanern zum Wahlsieg verholfen haben, am stärksten betroffen sind.

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          Neuesten Angaben des Bundes zufolge starben im Jahr 2016 64.000 Amerikaner an Drogen-Überdosen. Das ist ein Anstieg von 22 Prozent gegenϋber dem Vorjahr. Drogen sind damit die häufigste Todesursache bei Menschen unter 50 Jahren. Etwa 30.000 tödliche Überdosen gehen auf das Konto von verschreibungspflichtigen Opioiden und Heroin, hinzu kommen 20.000 Menschen, die an Fentanyl sterben, einem Opioid, das meist für die Behandlung Todkranker verwendet wird und das in den letzten Jahren zu einer oft illegal hergestellten Straßendroge avanciert ist. Damit gibt es mehr Opioid-Tote als Opfer von Verkehrsunfällen oder Schusswaffen. Die Süchtigen sind oft jung und kommen aus der Mittelschicht. Nicht wenige kommen nach Sportverletzungen im College zum ersten Mal mit Opioiden, starken Schmerzmitteln wie Oxycontin oder Percocet, in Berührung.

          Trump erklärte in seiner Rede am vergangenen Donnerstag, er habe vor allem durch seinen alkoholabhängigen Bruder viel über das Problem Sucht gelernt. Als Lösung schlug er eine „richtig große Werbekampagne“ vor. „Wenn wir Jugendlichen früh beibringen können, keine Drogen zu nehmen, dann ist es wirklich, wirklich leicht, keine zu nehmen“, sagte der Präsident.

          Aggressive Marketingkampagnen

          Tatsächlich ist seit Jahren bekannt, dass es nicht in erster Linie die Experimentierfreude Jugendlicher mit Drogen ist, die das Problem verursacht hat, sondern mangelnde Regulierung. Pharmafirmen wie Purdue haben Ärzte – oft mittels materieller Anreize – davon überzeugt, dass Opioide wie Oxycodon nicht süchtig machten. Produkte wie Purdues Schmerzmittel Oxycontin wurden mit aggressiven Marketingkampagnen in den Markt gepusht, wie sie in anderen Ländern gar nicht erlaubt sind. Es gibt unzählige Beispiele dafür, dass junge, gesunde Menschen durch Sportverletzungen und andere temporäre, gut behandelbare Situationen in einen Kreislauf der Sucht abrutschen. Amerikanische Zahnärzte etwa haben sich jahrelang nichts dabei gedacht, Oxycontin nach einer Wurzelbehandlung zu verschreiben.

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