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Amerika-Kommentar : Wie Trump die Republikaner wieder gefügig macht

  • -Aktualisiert am

Donald Trump bei einem Auftritt in Charleston vergangenen Dienstag. Bild: AP

Nach dem Tod von McCain hat Trump die Republikaner wieder im Griff. Seine restlichen Gegner in der Partei beugen sich seiner Macht – und beweisen: Trumps Gezeter über rückgratlose Politiker war berechtigt.

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          John McCain – ein Verräter? Das musste sich der am Samstag verstorbene Politiker in seinen letzten Lebensjahren oft anhören. Nach seinem Abschuss über Hanoi vor fünfzig Jahren hatte er sich lieber von den Nordvietnamesen foltern lassen denn seinen Sonderstatus als Sohn eines Admirals auszuspielen: McCain schlug das vergiftete Angebot aus, früher als seine inhaftierten Kameraden heimzukehren und so der feindlichen Propaganda zu helfen. Doch für zig vermeintliche Patrioten im heutigen Amerika hat John McCain sein Heldentum verspielt.

          Ihnen reicht es nicht, dass der Senator seinem Land und seinen Überzeugungen die Treue hielt. Sie nehmen ihm übel, dass er seine Fahne nicht in den Wind hängte, der an der Republikaner-Basis nach George W. Bushs Irak-Desaster, der Finanzkrise und Barack Obamas Sieg über McCain aus einer neuen Richtung wehte. Sie können McCain nicht verzeihen, dass er (vergeblich) mit Demokraten verhandelte, um den lähmenden Dauerstreit über Einwanderung oder die Krankenversicherung beizulegen. Erst schmähten sie ihn als „Rino“, das steht für „Republican In Name Only“, sozusagen Fake-Republikaner. Dann mutierte das Rhinozeros noch zur Ratte: „Rat“ heißt „Republicans Against Trump“ – Verräter am Führer.

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