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Amerikanischer Justizminister : Im Trump-Strudel

Trump im Nacken: William Barr Bild: AFP

William Barr war ein angesehener Mann. Dann holte ihn der amerikanische Präsident als Justizminister in seine Regierung – und zog ihn mit hinein in die Ukraine-Affäre.

          5 Min.

          Im Frühsommer 2017 schickte William Barr ein Memorandum ans amerikanische Justizministerium. Er muss über Tage daran gearbeitet haben. Es handelte sich um eine 19 Seiten umfassende Abhandlung über den Tatbestand der Justizbehinderung und die Kompetenzen der Exekutive. Der seinerzeit 67 Jahre alte Pensionär, ein angesehenes Mitglied der amerikanischen Gesellschaft, hatte gewiss keine Vorstellung davon, wie sehr dieses Schreiben sein Leben verändern würde.

          Majid Sattar

          Politischer Korrespondent für Nordamerika mit Sitz in Washington.

          Im Justizpalast unweit des Weißen Hauses hatte er einst Karriere gemacht. Am Ende der Amtszeit George H. W. Bushs diente er als Justizminister. Danach verdiente er sein Geld als Anwalt und Manager. Das Verfassungsrecht aber blieb die Leidenschaft des Professorensohns. Klar, dass ihn nach dem Amtsantritts Donald Trumps die rechtspolitische Kontroverse über die Russland-Untersuchung umtrieb. Dass er das Memorandum an Rod Rosenstein schickte, seinerzeit stellvertretender Justizminister und Chefaufseher von Sonderermittler Robert Mueller, war dennoch äußerst merkwürdig. Mueller und Barr kennen sich seit den achtziger Jahren und haben gemeinsam im Justizressort Karriere gemacht. Die Familien der beiden waren befreundet, man lud sich gegenseitig zu den Hochzeiten der Töchter ein, und die Ehefrauen besuchten den gleichen Bibelkreis.

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