https://www.faz.net/-gpf-9sg57

Clinton parodiert Trump : Seien Sie kein Depp, okay?

Hat Spaß: Hillary Clinton Bild: AFP

Mit seinem Brief an den türkischen Präsidenten Erdogan sorgt Donald Trump mal wieder für Aufsehen. Nun hat seine Gegenspielerin Clinton sich darüber lustig gemacht.

          1 Min.

          Der amerikanische Präsident Donald Trump ist ja schon länger bekannt dafür, die Spielregeln der politischen Kommunikation zu missachten. Aus Verhandlungen mit Staatsführern werden „Deals“, der Tod eines Soldaten im Gefecht wird zu etwas „sehr Traurigem, sehr Schönem“, ein gewisser nordkoreanischen Diktator zu einem „Lieben Herr Vorsitzenden“ und aus Haiti und vielen anderen Ländern „Dreckslöcher“. Und doch war Trumps Brief an den türkischen Präsidenten Erdogan in der vergangenen Woche ein Höhepunkt in Sachen Trumpscher Ausdrucksweise.

          Morten Freidel

          Redakteur in der Politik.

          „Lieber Präsident“, schrieb Trump nach dem türkischen Einmarsch in Syrien in einem für Staatsführer doch eher unüblichen Duktus, „Lassen Sie uns einen guten Deal machen! Sie wollen nicht verantwortlich sein für die Abschlachtung Tausender Menschen, und ich möchte nicht verantwortlich sein für die Zerstörung der türkischen Wirtschaft – und ich werde es sein“. Die Geschichte werde milde auf Erdogan schauen, sollte er „das hier“ auf „humanem und richtigem Wege“ regeln. Sollten allerdings keine „guten Dinge passieren“, werde die Geschichte ihn für immer als „Teufel“ betrachten. „Seien Sie kein Idiot!“, schrieb Trump. Er werde ihn, Erdogan, später anrufen.

          Was dieser Brief politisch bewirkt hat, einen von Erdogans inzwischen legendären Wutausbrüchen oder doch ernsthafte Verhandlungen, darüber lässt sich nur mutmaßen. Sicher ist allein: Er ist echt und hat zahlreiche Menschen zu Parodien in sozialen Netzwerken inspiriert. An einer solchen beteiligte sich nun auch die ehemalige Außenministerin und Trumps Gegenspielerin Hillary Clinton.

          Auf Twitter teilte Clinton einen vermeintlichen Brief des verstorbenen Präsidenten John F. Kennedy an den sowjetischen Machthaber Nikita Chruschtschow auf dem Höhepunkt der Kuba-Krise 1962. „Lieber Premier Chruschtschow, seien Sie kein Depp, okay?“, steht darin. „Holen Sie Ihre Raketen aus Kuba raus.“ Dann werde jeder sagen: „Yay! Chruschtschow! Du bist der Beste!“ Anderenfalls werde ihn jeder für ein „Arschloch“ halten. Also, er werde ihn später anklingeln, endet der Brief. „Eine Umarmung, John F. Kennedy.“

          Clinton schrieb über den Brief, der ursprünglich vom Satiriker Jimmy Kimmel stammt, nur lapidar: „In den Archiven gefunden.“ Hunderttausende verbreiteten das gefakte Schreiben bislang weiter. Trump hat noch nicht darauf reagiert. Aber der Duktus dürfte ihm vertraut vorkommen.

          Weitere Themen

          In Hitlers Geburtshaus zieht die Polizei ein

          Braunau : In Hitlers Geburtshaus zieht die Polizei ein

          Nach einem jahrelangen Rechtsstreit hat Österreich angekündigt, das Geburtshaus von Adolf Hitler in eine Polizeistation umzuwandeln. Das Haus dürfe „niemals ein Ort zum Gedenken an den Nationalsozialismus sein", so Innenminister Peschhorn.

          Topmeldungen

          Frankfurt am Main : Stadt der Türme

          Nicht nur den Banken hat Frankfurt seine in Deutschland einzigartige Skyline zu verdanken. Auch Gewerkschaften und Seifenfabrikanten bauten schon Hochhäuser. Wir zeigen die größten und schönsten.

          Bei Vortrag angegriffen : Weizsäcker-Sohn in Klinik getötet

          Fritz von Weizsäcker, Sohn des früheren Bundespräsidenten, ist von einem Angreifer in Berlin bei einem Vortrag erstochen worden. Der Täter wurde festgenommen, über sein Motiv besteht noch Unklarheit.
          Derzeit besonders im Blickpunkt, aber schweigsam: Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann mit seiner Frau Zübeyde

          Vorwürfe gegen Feldmann : Die Stille nach dem Knall

          Die Frau des Frankfurter Rathauschefs Peter Feldmann soll als Kita-Leiterin außer einem Dienstwagen auch ein erhöhtes Gehalt beziehen. Eine politische Affäre wird daraus, falls Feldmann Einfluss genommen hat.

          Braunau : In Hitlers Geburtshaus zieht die Polizei ein

          Nach einem jahrelangen Rechtsstreit hat Österreich angekündigt, das Geburtshaus von Adolf Hitler in eine Polizeistation umzuwandeln. Das Haus dürfe „niemals ein Ort zum Gedenken an den Nationalsozialismus sein", so Innenminister Peschhorn.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.