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Nach der Wahlniederlage : Gibt es doch noch einen Platz für Clinton?

  • -Aktualisiert am
Tochter Chelsea Clinton arbeitet für die Clinton Foundation. Die Stiftung hatte im Wahlkampf unter Korruptionsvorwürfen gelitten.

Zum Beispiel ein neues Buch. Ihre schon vor mehr als zehn Jahren veröffentlichten Memoiren standen noch ganz im Zeichen ihrer politischen Ambitionen, ein viel persönlicheres Buch aber könnte Millionen von Menschen erreichen. Schon von Bill Clintons Memoiren sind in den Vereinigten Staaten zwei Millionen Exemplare erschienen.

Arbeit in der Stiftung

Und nicht zuletzt bleibt ihr die „Bill, Hillary & Chelsea Clinton Foundation“, die schon vor knapp zwanzig Jahren ins Leben gerufene Stiftung, die seither über zwei Milliarden Dollar Spenden gesammelt hat. Die Stiftung hat im Wahlkampf arg gelitten, weil Trump Hillary Clinton vorwarf, ihren politischen Einfluss zu nutzen, um Geld einzutreiben. Die Spenden gingen in diesem Jahr um knapp vierzig Prozent zurück.

Doch nach wie vor kommen jährlich mehr als hundert Millionen Dollar hinzu. Damit kann man eine Menge bewegen. Gerade Themen, die womöglich in den Jahren mit Trump als Präsident in den Hintergrund treten, zum Beispiel Klimaschutz, der Kampf gegen Aids, Bildungsprogramme für benachteiligte Kinder, könnte die Stiftung immer wieder in den Blick der Öffentlichkeit rücken. Je weniger sich die aktive Politik um diese Themen kümmert, desto wichtiger könnte Clinton als Anwältin dieser Anliegen werden.

Leitfigur des amerikanischen Feminismus

Wenn es stimmt, was aus dem Umfeld der gescheiterten Kandidatin zu hören ist, gibt es aber noch eine Frage, die Hillary Clinton beschäftigt: Wie wird ihre Rolle als eine der einflussreichsten Frauen der amerikanischen Politik um die Jahrtausendwende im Rückblick beurteilt werden? Die harschen Bewertungen, die jetzt in Mode sind, sollen nicht das letzte Wort sein. Gerade in dieser Woche hat das linksliberale Magazin „New Republic“ mit Hillary Clinton und „dieser Art von Feminismus“ schonungslos abgerechnet: „Die Zielrichtung war bislang immer, Frauen in Machtpositionen zu bringen. Auch in diesem Wahlkampf ging es nur um eine Person, um sie selbst.“ Genau dieses Urteil will Clinton nicht unwidersprochen lassen.

Und weil sie selbst von jetzt an keine Machtambitionen mehr hat, ist sie plötzlich auch glaubwürdiger: „Es geht nie um einen Einzelnen. Auch wenn wir dieses höchste und härteste Glasdach noch nicht zerstört haben, eines Tages wird jemand kommen und wird es schaffen. Den Mädchen da draußen will ich sagen: Ihr habt alle Chancen und Möglichkeiten.“ Hillary Clinton will bis auf weiteres Leitfigur des amerikanischen Feminismus bleiben und die nächste Generation ermutigen, für ihre Ziele weiterzukämpfen. Ein Amt oder eine Partei braucht sie dafür nicht.

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