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Steve Bannon : „Das Erbe der Finanzkrise ist Donald Trump“

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Wachsfigur: Ein Künstler mit einer Donald-Trump-Maske posiert in Madame Tussaud’s Wachsmuseum in Berlin Bild: AFP

Viele Amerikaner leiden bis heute unter den Folgen der Finanzkrise. Donald Trumps ehemaliger Chefstratege Steve Bannon meint: Ohne die Krise wäre der Milliardär heute nicht Präsident.

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          Im September ist es zehn Jahre her, dass die Bank Lehman Brothers zusammenbrach – der Höhepunkt der Finanzkrise, die Amerika veränderte. Dem Wall-Street-Crash ging die Immobilienkrise voraus – viele Amerikaner, die ihre Hypotheken nicht mehr bedienen konnten, verloren in der Folge ihr Zuhause. Diese Krisen hatten langfristige politische Auswirkungen – viele Fachleute führen die Radikalisierung der Rechten ebenso darauf zurück wie die wachsende Akzeptanz von Ideen, die im amerikanischen Diskurs als ausgesprochen links gelten. Eine stärkere Bankenregulierung, höhere Steuern auf Aktiengewinne und Vermögen sowie ein flächendeckender Mindestlohn – diese Forderungen hört man vor allem von demokratischen Kandidaten. Die Republikaner glauben eher daran, die Wirtschaft mit Steuererleichterungen und dem Abbau von Regulierungen anzukurbeln – und die Trump-Anhänger unter ihnen würden den amerikanischen Markt gern mit hohen Einfuhrzöllen abschotten.

          Auch, wenn sich die amerikanische Wirtschaft erholt hat – viele Menschen leiden finanziell bis heute unter den Folgen der Krise. Nicht nur Häuser gingen durch Zwangsversteigerungen verloren. Auch das Altersvorsorge-System basiert zu einem guten Teil auf dem Ansparen privaten Vermögens. Da dies oft über die so genannten „401k“-Pläne läuft, die auch in Aktien investiert sind, verloren viele Menschen einen Teil ihrer Rücklagen fürs Alter. „Amerika hat aufgehört, an den amerikanischen Traum zu glauben“, schrieb der Kolumnist Frank Rich aus Anlass des traurigen Jubiläums. Das Land hatte in den vergangenen Jahren mit einer neuen Drogenkrise zu kämpfen – gleichzeitig stieg die Zahl der Selbstmorde und die Geburtenrate in manchen Bevölkerungsgruppen sank. Für Rich und andere sind das Anzeichen einer durch die ökonomischen Verwerfungen erzeugten tiefgreifenden Perspektivlosigkeit.

          „Niemand hat denen eine Grenze gesetzt“

          Rechte Populisten entdeckten in den vergangenen Jahren, wie sie die Folgen der Krise für sich nutzen konnten. Zum Teil sind sie sich in der Analyse mit den Linken einig – nur ihre Antworten sind andere. So versprach Donald Trump wieder und wieder, Jobs zurückzuholen, die aufgrund des industriellen Strukturwandels kaum zu retten sein werden – die Kohleförderung ist ein Beispiel dafür. Und auch Ressentiments gegen Einwanderer, die angeblich amerikanische Jobs stehlen, ließen sich bei manchen, die in der Krise ihre Häuser und Rentenersparnisse verloren hatten, schüren. Trump machte bei vielen Arbeitern aber auch Punkte, indem er einst versprach, größere Banken stärker zu regulieren. Sein einstiger Chefstratege Steve Bannon forderte im Wahlkampf, große Geldinstitute zu zerschlagen. Davon ist in Trumps Regierungspolitik nichts übrig geblieben. Im Gegenteil: Von seinen Steuererleichterungen profitieren vor allem Unternehmen und Vermögende – die Bankenregulierung wird teils zurückgefahren.

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