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Plan von Amerikas Demokraten : Endlich wieder Steine auf Trump werfen

  • -Aktualisiert am

Auch er kämpft mit allen Mitteln: Amerikas Präsident Donald Trump Bild: AP

Fast jeden Tag werden in Amerikas Spitzenpolitik neue Vorwürfe wegen sexueller Belästigung publik. Führende Demokraten sind bereits zurückgetreten. Die Partei will sich so einen moralischen Vorteil gegenüber Donald Trump und dem von ihm unterstützten Roy Moore verschaffen.

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          Al Franken hatte nicht erwartet, dass sich seine Fraktion so plötzlich gegen ihn wenden würde. Zwischen 11.25 und 11.32 Uhr hatten ihn am Mittwoch vier demokratische Senatorinnen zum Rücktritt aufgefordert. Drei Stunden später hatten sich ihnen 17 weitere Mitglieder angeschlossen. Am Donnerstag also kündigte der einstige Fernseh-Comedian, den die Bürger von Minnesota 2008 in den Senat gewählt hatten, seinen Rücktritt an. Der Linke lobte die Debatte über sexuelle Belästigung. Er beschrieb sich als Vorkämpfer für Frauenrechte. Er ging nicht näher auf die Vorwürfe von nunmehr sieben Frauen ein, die angeben, er habe sie begrapscht oder gegen ihren Willen zu küssen versucht.

          Andreas Ross

          Verantwortlicher Redakteur für Politik Online und stellvertretender verantwortlicher Redakteur für Nachrichten.

          Er bekräftigte, dass manche Vorwürfe gar nicht stimmten und er sich an andere Situationen „anders erinnere“. Er bat dementsprechend auch keine Opfer um Entschuldigung, sondern stilisierte sich selbst zum Opfer einer drastischen Ungerechtigkeit. „Ich werde gehen, während im Oval Office ein Mann sitzt, der auf Band mit seiner Gewohnheit der sexuellen Nötigung geprahlt hat, und während sich ein Mann mit voller Unterstützung seiner Partei für den Senat bewirbt, der mehrfach jungen Mädchen nachgestellt hat.“

          Einer Wahlkampfhelferin sexuelle Avancen gemacht

          Tatsächlich wollen die Demokraten endlich wieder Steine auf Donald Trump und auf Roy Moore werfen, der sich am Dienstag in Alabama in den Senat wählen lassen will. Um dabei nicht im Glashaus zu sitzen, hatten sie sich zunächst durchgerungen, den Abgeordneten John Conyers zum Rücktritt zu nötigen. Der 88 Jahre alte Afroamerikaner erklärte am Dienstag vom Krankenhausbett aus zwar alle Belästigungsvorwürfe für erfunden, beendete aber seine politische Karriere nach 52 Jahren im Repräsentantenhaus. Seine Fraktionschefin Nancy Pelosi hatte anfangs zwar versucht, Conyers als „Ikone der Bürgerrechtsbewegung“ gegen die Vorwürfe in Schutz zu nehmen. Doch da war noch nicht ans Licht gekommen, dass er Steuergeld ausgegeben hatte, um eine angeblich belästigte Mitarbeiterin abzufinden. Pelosi drängt auch den Abgeordneten Ruben Kihuen zum Rücktritt, der erst im Januar nach Washington kam. Er bestreitet nicht, einer Wahlkampfhelferin sexuelle Avancen gemacht zu haben.

          Der konservative „Speaker of the House“ Paul Ryan will Pelosi nicht nachstehen. Auf sein Drängen verkündete am Donnerstag der Abgeordnete Trent Franks aus Arizona seinen Rücktritt. Sein Fall ist speziell: Da seine Ehefrau offenbar unfruchtbar ist, soll er zwei Mitarbeiterinnen im Kongress gefragt haben, ob sie als Leihmütter sein Kind austragen könnten. Er habe nicht geahnt, dass „dieses Thema für manche Personen unangenehm ist“. Schon vorher hatte Franks’ texanischer Fraktionskollege Joe Barton angekündigt, sich nicht mehr zur Wiederwahl zu stellen, nachdem anstößige Tweets an Frauen in seinem Wahlkreis publik geworden waren. Blake Farenthold wiederum, ein weiterer Texaner in Ryans Fraktion, versucht mit einem finanziellen Opfer davonzukommen. Er will der Staatskasse die 84.000 Dollar erstatten, mit der er vor Jahren eine Mitarbeiterin abfand. Farenthold bestreitet ihre Vorwürfe.

          Gefallener Trump-Kritiker: der demokratische Senator Al Franken

          Sieben Frauen haben Al Franken teils anonym vorgeworfen, er habe sie gegen ihren Willen geküsst, zu küssen versucht oder ihr Gesäß begrapscht. Nur ein Vorfall soll sich zugetragen haben, als Franken schon dem Senat angehörte. Im Fall Conyers haben die meisten der sechs Frauen, die ihm Belästigung vorwerfen, öffentlich wenig Details preisgegeben. Offenbar hat er sich aber mehreren Mitarbeiterinnen nackt oder halbnackt gezeigt. Eine Frau wirft ihm vor, ihr in Sitzungen oft das Bein gestreichelt zu haben. Im Jahr 2001 soll Conyers mit 72 Jahren einer damals 20 Jahre alten Praktikantin Sex vorgeschlagen haben.

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