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White House Briefing : Trauen sich viele Trump-Wähler einfach noch nicht?

  • -Aktualisiert am

Eine schweigende Mehrheit für Trump? Anhänger des Republikaner in Leesburg Bild: AFP

In den meisten Umfragen liegt Hillary Clinton kurz vor der Wahl vor dem Republikaner - aber was, wenn sich etliche Donald-Trump-Anhänger einfach noch nicht offenbaren wollen?

          Ist das die Nachricht, die die Wahl entscheidet? Zumindest die Clinton-Anhänger hoffen es: Das FBI hat in den vor kurzem entdeckten neuen E-Mails aus dem direkten Umfeld der Demokratin keine Hinweise auf strafbare Handlungen entdeckt, wie der viel gescholtene Direktor der Behörde, James Comey, am Sonntag verkündete. Damit ist Clinton einen Tag vor der Abstimmung eigentlich aus dem Schneider - sollte man meinen. Aber was heißt das schon in einem post-faktischen Zeitalter, in dem eines von beiden Lagern jede Nachricht sogleich als den nächsten Beweis für die  Korrumpiertheit des „Systems“ interpretiert?

          Oliver Georgi

          Redakteur in der Politik.

          Donald Trump ficht Clintons Entlastung jedenfalls wie erwartet nicht an. Vielmehr polterte er am Sonntag, Clinton werde von einem „manipulierten System“ geschützt und bestand bei einem Auftritt in Minnesota weiter darauf, falls Clinton Präsidentin werde, werde sie das Ziel zahlreicher Ermittlungen sein. Trumps Anhänger, so viel ist sicher, dürften ihm auf diesem Weg bis hinein in die Wahlkabine folgen. Ob es nicht unverantwortlich von einem Mann sei, der Präsident werden wolle, während laufender Ermittlungen „ohne Belege“ zu spekuliert und seine Gegnerin beschuldigt zu haben, fragte CNN-Moderator Anderson Cooper am Sonntagabend Trumps Wahlkampfmanagerin Kellyanne Conway, mit der er sich schon vor ein paar Tagen wegen Melania Trumps Social-Media-Plänen in die Haare bekommen hatte. Conways ungerührte Antwort: Natürlich nicht. Comeys Erklärung beweise eben nur, dass für Clinton andere Regeln gälten.

          Das war sonst noch los:

          Je näher der Wahltag rückt, desto prominenter werden die Warnungen vor einem gespaltenen Amerika. Aber ob es die Anhänger von Donald Trump wirklich beeindruckt, wenn Papst Franziskus vor einer „Politik der Angst“ warnt wie am Sonntag? Franziskus nannte zwar keine Namen, aber zumindest viele amerikanische Kommentatoren waren sich relativ sicher, dass er damit kurz vor der Wahl nur Trump gemeint haben kann. Ob Trump am Montag bei seinen Auftritten nun an der Verschwörungstheorie spinnt, auch der Papst sei Teil des korrupten Establishments?

          Entscheiden am Ende die Latinos die Wahl? Sie wählen ohnehin traditionell demokratisch und trugen 2012 entscheidend mit dazu bei, dass Obama als Präsident wiedergewählt wurde. Und wie die Washington Post am Sonntag berichtete, mehren sich die Anzeichen aus Florida, aber auch aus Staaten wie Colorado, Nevada und Arizona, dass die Unterstützung der Latinos für Clinton bei dieser Wahl noch massiver sein könnte als bei Obama. Die Frage ist nur: Wird das für die Demokratin reichen? Zugleich zeigen neue Erhebungen nämlich, dass Trump, wenig überraschend, bei den weißen männlichen Wählern weiterhin großen Rückhalt hat. Wenn von denen am Dienstag deutlich mehr als bisher erwartet zur Wahl gehen sollten, können Clinton vielleicht auch die Latinos nicht mehr helfen.

          Das wird heute wichtig:

          Am allerletzten Tag vor der Wahl geben beide Kandidaten noch einmal Vollgas: Hillary Clinton tritt am Montag insgesamt vier Mal auf, zwei Mal in Pennsylvania und jeweils ein Mal in North Carolina und in Michigan. Bei der Abschlusskundgebung in Philadelphia werden neben Clinton auch ihr Mann Bill, ihre Tochter Chelsea sowie Präsident Barack Obama und dessen Frau Michelle auf der Bühne stehen - geballte Kraft für den Endspurt ums Weiße Haus. Barack Obama absolviert zudem noch zwei eigene Auftritte in Michigan und New Hampshire, und auch sein Vize Joe Biden sowie der frühere Vizepräsident Al Gore versuchen bei mehreren Auftritten, letzte Wähler von Clinton zu überzeugen.

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