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Trumps Absage an Polen : Ein Sturm zieht auf

Schickt lieber seinen Vizepräsidenten: Donald Trump am Donnerstag im Rosengarten des Weißen Hauses Bild: dpa

Donald Trump sagt wegen Hurrikan „Dorian“ seine Polenreise ab. Dabei wollte er dort nicht nur des Ausbruchs des Zweiten Weltkriegs gedenken. Doch auf die Stimmen aus Florida kann er nicht verzichten.

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          Der amerikanische Präsident nutzte die feierliche Einrichtung des „Space Commands“, des neuen Führungskommandos der Streitkräfte für den Weltraum, um eine Mitteilung in anderer Sache zu machen. Er habe soeben mit dem polnischen Präsidenten Andrzej Duda telefoniert, um ihn darüber zu informieren, dass er seine Warschau-Reise absagen müsse, sagte Donald Trump am Donnerstagabend im Rosengarten des Weißen Hauses. Angesichts des Sturms „Dorian“, der sich auf Florida zubewege, werde er nicht nach Polen reisen können. Dort wird am 1. September des Ausbruchs des Zweiten Weltkrieges vor achtzig Jahren gedacht. Vizepräsident Mike Pence werde ihn in Warschau vertreten.

          Gerhard Gnauck

          Politischer Korrespondent für Polen, die Ukraine, Estland, Lettland und Litauen mit Sitz in Warschau.

          Majid Sattar

          Politischer Korrespondent für Nordamerika mit Sitz in Washington.

          Oberste Priorität habe die Sicherheit der Bevölkerung an der südlichen Ostküste Amerikas, sagte Trump weiter. Er wolle sicherstellen, dass seine Regierung sich völlig auf den herannahenden Sturm konzentriere. „Hier zu sein ist mir sehr wichtig“, fügte er hinzu. Es sehe so aus, als könnte es ein „sehr, sehr großer“ Sturm werden. Der Hurrikan verschonte zuletzt das amerikanische Außenterritorium Puerto Rico, sorgte auf den Virgin Islands für Stromausfälle und zieht nun in Richtung Florida beziehungsweise südliches Georgia, wo er dann als Wirbelsturm der Kategorie 4 auf die Küste treffen soll. Nach derzeitigen Berechnungen am Montag, dem amerikanischen „Labor Day“.

          Eigentlich eine ganz normale Reaktion des Präsidenten

          Eigentlich ist die Reiseabsage eine ganz normale Reaktion des Präsidenten. Spätestens nachdem George W. Bush 2005 vorgeworfen wurde, er habe sich nicht um die Opfer von Hurrikan Katrina in New Orleans gekümmert, sind Präsidenten gewarnt. Im Falle Trump freilich ist alles, was mit Florida zu tun hat, politisch aufgeladen. Dabei geht es nicht darum, dass der Immobilieninvestor selbst über mehrere Anwesen in dem Sunshine-State verfügt, darunter den Club Mar-a-Lago in Palm Beach, den er im Winter als Wochenendsitz nutzt. Florida ist einer der umkämpften Bundesstaaten in der Präsidentenwahl im kommenden Jahr, wo viele Stimmen für das Wahlleutegremium zu holen sind. Trump lobte denn auch die Arbeit des republikanischen Gouverneurs, der den Notstand für Florida ausgerufen hatte. Man verfüge über die besten Leute in dem Bundesstaat, sagte der Präsident.

          Die Demokraten erinnerten angesichts von Trumps Krisenmanagement für Florida daran, dass dessen Reaktion eine gänzlich andere gewesen sei, als der Sturm vor wenigen Tagen Puerto Rico bedroht habe. Tatsächlich hatte der Präsident seinerzeit auf Twitter geschrieben, die Karibikinsel sei einer der „korruptesten Orte auf der Erde“. Hintergrund ist der Vorwurf, den Trump schon mehrfach erhoben hatte: Die Regierung habe 2017 große Teile der Hilfsgelder nach den Wirbelstürmen Irma und Maria einfach „verschwendet“. Der demokratische Kongressabgeordnete Don Beyer kommentierte Trumps gänzlich anderes Verhalten im Hinblick auf Florida so: Zum einen sei der Bundesstaat wichtig für die Wahl 2020. Und zum anderen lebten dort weniger dunkelhäutige Leute als in Puerto Rico.

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