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Neue E-Mail-Enthüllungen : Clintons eigenes Wahlkampfteam verzweifelte an ihr

  • Aktualisiert am

E-Mail-Affäre: Auf Hillary Clinton könnten noch Jahre an Untersuchungen zu ihren E-Mails zukommen. Bild: dpa

Neue Enthüllungen von Hillary Clintons E-Mails zeigen: Selbst in ihrem eigenen Team war die Präsidentschaftskandidatin umstritten. Ihre Berater warfen ihr schwere Fehler vor.

          Die von der Enthüllungsplattform Wikileaks veröffentlichten, angeblichen E-Mails der amerikanischen Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton setzen den Demokraten weiterhin zu. Clintons Umgang mit der Affäre soll demnach im vergangenen Jahr in ihrem eigenen Umfeld große Sorgen ausgelöst haben. Die Demokratin hatte in ihren vier Jahren als Außenministerin ihren E-Mail-Verkehr über private Server abgewickelt und damit gegen geltende Sicherheitsregeln verstoßen. Die Bundespolizei FBI untersuchte ihr Fehlverhalten und warf ihr extreme Nachlässigkeit vor.

          Kurz nachdem im März 2015 die Affäre publik wurde sollen sich demnach Clintons Wahlkampfmanager John Podesta sowie Clintons heutige Wahlkampfberaterin Neera Tanden darüber aufgeregt haben, dass die ehemalige Außenministerin und einige ihrer engen Mitarbeiter den regelwidrigen Umgang mit den Mails nicht von sich aus viel früher öffentlich gemacht hatten.

          Podesta nannte dies laut Wikileaks „unglaublich“. Tanden soll demnach den Verdacht geäußert haben, Clinton und die Mitarbeiter hätten versucht, die Angelegenheit unter der Decke zu halten: „Sie wollten damit durchkommen.“

          Im August 2015 kritisierte Tanden dem angeblichen Mailverkehr zufolge Clinton dafür, dass sie in der Öffentlichkeit „keine echten Gefühle der Reue und des Bedauerns“ zum Ausdruck bringe. Dies könne für sie zu einem „Charakterproblem“ im Rennen um die Präsidentschaft werden. In späteren Mails sollen Tanden und Podesta Clintons „Instinkte“ im Umgang mit der Affäre kritisiert haben. „Niemand weiß besser als ich, dass ihre Instinkte furchtbar sein können“, schrieb Tanden laut Wikileaks.

          „Bei ihr fehlt was“

          Damit steht sie nicht alleine da: Ihr innerparteilicher Konkurrent Bernie Sanders und der Kandidat der Republikaner Donald Trump haben beide Clinton im Wahlkampf ein gutes Entscheidungsvermögen abgesprochen. „In Sachen Entscheidungsvermögen fehlt bei ihr auf jeden Fall was“, sagte Sanders im April.

          Der republikanische Präsidentschaftskandidat Donald Trump weitete seine Attacken zu der E-Mail-Affäre unterdessen aus, indem er erstmals Präsident Barack Obama einbezog. Die Wikileaks-Enthüllungen zeigten, dass Obama von regelwidrigen Verhalten seiner Außenministerin „gewusst haben muss“, sagte er.

          Trump las in Tallahassee aus einer angeblichen E-Mail vor, die die Clinton-Mitarbeiterin Cheryl Mills im März 2015 an Podesta geschrieben haben soll. Darin soll stehen, dass auch Obama von Clinton Mails ohne die offizielle Endung „state.gov“ erhalten habe. Obama müsse also „gewusst haben, dass Hillary einen illegalen Server nutzte, obwohl er das Gegenteil behauptet hat“, sagte Trump.

          Auch Obama im E-Mail-Strudel

          Im März 2015 hat Präsident Barack Obama in einem Interview gesagt, dass er von Hillary Clintons regelwidrigem Verhaltens erst aus den Medien erfahren habe. Diese Aussage hat Obamas Pressesprecher Josh Earnest mittlerweile relativiert. „Was der Präsident sagen wollte, war nicht, dass er von der privaten Adresse Hillary Clintons keine Kenntnis hatte, sondern, dass er von vom Ausmaß der Regelverstoßes nichts gewusst hat“, sagte Earnest. Die „New York Times“ berichtet, dass Barack Obama achtzehn E-Mails an den privaten Server von Hillary Clinton geschickt habe.

          FBI-Chef James Comey sah allerdings bisher keinerlei Hinweise auf vorsätzliche Gesetzesverstöße. Das Justizministerium verzichtete folglich auf strafrechtliche Ermittlungen gegen die ehemalige Außenministerin - die eine schwere Belastung ihres Wahlkampfs dargestellt hätten.

          Republikaner gehen aber davon aus, dass sich die Ermittlungen zur E-Mail-Affäre von Hillary Clinton über Jahre hinziehen können. „Bevor wir überhaupt richtig angefangen haben, stapelt sich Material für die nächsten Jahre“, sagte der republikanische Kongressabgeordnete Jason Chaffetz der “Washington Post“, „sie (Hillary Cinton) hat vier Jahre im Außenministerium hinter sich und es sieht nicht gut für sie aus.“

          Clinton und die amerikanische Regierung machen Russland für Cyberattacken auf die Parteizentrale der Demokraten und das E-Mail-Konto Podestas verantwortlich. Die Demokratin sieht darin einen Versuch, die Wahl zugunsten ihres Rivalen zu beeinflussen. Laut dem von der Website „realclearpolitics“ ermittelten Schnitt aller jüngsten Umfragen liegt die Demokratin landesweit mit 4,7 Prozentpunkten vorn.

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