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Wahlkampf in Amerika : Trump und Clinton gewinnen, Bush hört auf

  • Aktualisiert am

Siegesfeier in South Carolina: Donald Trump holt seinen zweiten Vorwahlsieg. Bild: dpa

Der Milliardär und die frühere Außenministerin verbuchen bei den Vorwahlen in South Carolina und Nevada ihren zweiten Sieg. Der ehemalige Top-Favorit bei den Republikanern, Jeb Bush, beendet seine Kandidatur um die Präsidentschaft.

          Der Geschäftsmann Donald Trump hat mit einem Sieg bei der Vorwahl im Bundesstaat South Carolina seine Spitzenposition im Kampf um die Präsidentschaftskandidatur der amerikanischen Republikaner gefestigt. Der frühere Gouverneur von Florida, Jeb Bush, der vor dem Beginn der Vorwahlen als Favorit gegolten hatte, zog sich nach einem abermals schlechten Abschneiden dagegen aus dem Nominierungsrennen zurück. Bei den Demokraten konnte die zuletzt unter Druck geratene frühere Außenministerin Hillary Clinton nach einem Erfolg bei der Vorwahl in Nevada aufatmen.

          Die amerikanischen Fernsehsender erklärten Trump am Samstagabend (Ortszeit) nach Schließung der Wahllokale in South Carolina zum Sieger. Nach Auszählung fast aller Stimmbezirke lag der populistische Immobilienmagnat mit 32,5 Prozent in Führung. Um den zweiten Platz rangen der erzkonservative Senator Ted Cruz und der Senator Marco Rubio mit je gut 22 Prozent. Knapp zwei Wochen nach seinem Erfolg bei der Vorwahl in New Hampshire zeigte Trump abermals, dass er seine guten Umfragewerte auch in einen Wahlsieg verwandeln kann. Beim Vorwahl-Auftakt Anfang Februar in Iowa hatte Trump den zweiten Platz hinter Cruz belegt. Beide Präsidentschaftsbewerber sind bei der Parteiführung unbeliebt, ihre Tiraden gegen die Eliten in Washington treffen an der Basis aber einen Nerv.

          Wieder im Aufwind: Hillary Clinton, hier mit Ehemann Bill, konnte sich in Nevada gegen Bernie Sanders durchsetzen

          Einen bitteren Abend erlebte Jeb Bush, der nur knapp acht Prozent der Stimmen holte, obwohl er in South Carolina viele Auftritte absolviert und Millionensummen für Wahlspots ausgegeben hatte. „Die Menschen in Iowa und in New Hampshire und in South Carolina haben gesprochen, und ich respektiere ihre Entscheidung", sagte der frühere Gouverneur in einer emotionalen Rückzugsrede.

          Wegen seiner engen Kontakte zum republikanischen Establishment und zu finanzkräftigen Spendern hatte der Sohn und Bruder zweier früherer Präsidenten ursprünglich als ein Favorit gegolten. Doch seine Wahlkampagne dümpelte in den vergangenen Monaten dahin, Kritiker warfen ihm mangelnde Energie vor.

          Rubio hofft jetzt auf Bushs Stimmen

          Nach Bushs Abtritt macht sich Rubio Hoffnungen, die Stimmen aus dem bislang zersplitterten gemäßigt-konservativen Lager auf sich zu vereinen. „Nach heute Nacht ist dies ein Dreikampf, und wir werden die Nominierung gewinnen“, sagte der Senator. Dieses Ansinnen verfolgt allerdings auch Ohios Gouverneur John Kasich, der in South Carolina auf 7,6 Prozent kam. Der frühere Neurochirurg Ben Carson holte 7,2 Prozent.

          Ist Clinton trotz seiner Niederlage in Nevada immer dichter auf den Fersen: der selbsterklärte „demokratische Sozialist“ Bernie Sanders

          Trump wies die Einschätzung einiger Experten zurück, dass sein Stimmenanteil in einem ausgedünnten Bewerberfeld automatisch schrumpfen werde. „Sie sind Genies“, spottete er in seiner Siegesrede. „Sie verstehen nicht, dass ich auch viele dieser Stimmen bekomme, wenn Leute sich zurückziehen. Man addiert sie nicht einfach zusammen. Ich glaube, wir werden sehr, sehr gut abschneiden.“

          Ein bitterer Tag: Jeb Bush galt vor Beginn der Vorwahlen als Favorit, nach seiner Niederlage in South Carolina zieht sich der Bruder und Sohn zweier früherer Präsidenten aber aus dem Wahlkampf zurück

          In Nevada gewann Hillary Clinton die Vorwahl der Demokraten gegen ihren Rivalen Bernie Sanders, dem sie in New Hampshire deutlich unterlegen war. „Einige mögen an uns gezweifelt haben, aber wir haben nie an uns selbst gezweifelt“, sagte die frühere Außenministerin an der Seite ihres Ehemanns, des früheren Präsidenten Bill Clinton. Die Bevölkerung der Vereinigten Staaten sei „begierig nach echten Lösungen“.

          Sanders trotz Niederlage: „Wir haben Rückenwind“

          Nach Auszählung von 88 Prozent der Stimmbezirke lag Clinton in Nevada bei 52,6 Prozent, Sanders kam auf 47,3 Prozent. Der Senator gratulierte seiner Kontrahentin, machte aber deutlich: „Wir haben Rückenwind.“ Der 74 Jahre alte selbsterklärte „demokratische Sozialist“ konnte in landesweiten Umfragen zuletzt fast zu Clinton aufschließen. Auch in Nevada hatte er vor fünf Wochen noch 25 Prozentpunkte zurückgelegen.

          Überall in dem westlichen Bundesstaat waren Anhänger der Demokraten zu Wahlversammlungen zusammengekommen, den sogenannten Caucuses. Die Republikaner hielten ihre Vorwahl in South Carolina dagegen nach dem Primary-Prinzip ab. Anders als bei den Caucuses, wo sich die Parteibasis für wenige Stunden an einem öffentlichen Ort zur Kandidatenwahl versammelt, können dabei den ganzen Tag über Stimmen abgegeben werde

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