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Wahlkampf in Amerika : Rassismus-Vorwurf gegen Biden

  • Aktualisiert am

Barack Obama und Joe Biden im Januar 2017 in Washington Bild: EPA

Wer als Afroamerikaner für Trump stimme, sei „nicht schwarz“, so Joe Biden. Republikaner werfen ihm Rassismus vor. Schwarze sorgt, er halte ihre Stimmen wohl für selbstverständlich.

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          Der demokratische Präsidentschaftsbewerber Joe Biden hat mit einer Äußerung über afroamerikanische Wähler eine Kontroverse ausgelöst. „Ich sag’ Ihnen was: Wenn Sie ein Problem haben, sich zu entscheiden, ob Sie für mich oder Trump sind, dann sind Sie nicht schwarz“, sagte der 77 Jahre alte Biden in der Radiosendung „The Breakfast Club“ am Freitag.

          Anhänger des amerikanischen Präsidenten Donald Trump warfen Biden daraufhin Rassismus vor. Eine Beraterin Bidens erklärte später über Twitter, die Bemerkung sei scherzhaft gewesen - da verbreitete sich aber der Hashtag „YouAintBlack“ (Sie sind nicht schwarz).

          Medienberichten zufolge bedauerte Biden seine Äußerung anschließend. Der Sender CNN berichtete, Biden habe in einer Telefonschalte mit der afroamerikanischen Handelskammer eingeräumt, dass seine Worte als hochmütig aufgefasst werden könnten. Er wisse, dass er die Stimmen von Afroamerikanern nicht für selbstverständlich halten könne. „Ich weiß, dass ich die afroamerikanischen Stimmen brauche, um die Präsidentschaftswahl zu gewinnen.“

          Hitziges Interview

          In sozialen Medien kritisierten viele Schwarze Bidens Äußerung als bevormundend. In dem teils hitzigen Interview mit dem beliebten afroamerikanischen Moderator Charlamagne Tha God, der mit bürgerlichem Namen Lenard Larry McKelvey heißt, ging es um Rassismus in den Vereinigten Staaten. Der Moderator erwiderte auf Bidens Äußerung, es beunruhige ihn, dass „die Demokraten die schwarzen Wählerstimmen für eine Selbstverständlichkeit halten“.

          Biden entgegnete, er habe durch jahrzehntelange Arbeit in schwarzen Gemeinden deren Wählerstimmen gewonnen und erhalte „überwältigende Unterstützung“ von schwarzen Prominenten und Wählern. Tatsächlich genießt der frühere Vizepräsident wegen seiner acht Jahre als Stellvertreter des damaligen Präsidenten Barack Obama hohes Ansehen bei Afroamerikanern.

          Präsidentensohn Donald Trump Jr. warf Biden bei Twitter eine „ekelhafte und entmenschlichende rassistische Mentalität“ vor. Der Senator Tim Scott, der einzige schwarze Republikaner im Senat, verwies darauf, dass 1,3 Millionen Afroamerikaner bei der Wahl 2016 für Trump gestimmt hätten.

          Biden kann bei der Präsidentenwahl am 3. November mit einer Mehrheit der Stimmen der Afroamerikaner rechnen. Für den Demokraten könnte es jedoch entscheidend sein, wie motiviert schwarze Wähler sind: Wenn sie schlicht nicht abstimmen, sondern zu Hause bleiben, dürfte ein Wahlsieg für Biden nochmals schwerer zu erreichen sein.

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