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Wahl in Amerika : Republikaner fordern Trump zum Rückzug auf

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Der republikanische Präsidentschaftskandidat Donald Trump Bild: dpa

Mehr als zwei Dutzend führende Republikaner verlangen einen Abbruch von Donald Trumps Präsidentschaftskandidatur. Einen Monat vor der Wahl steckt die Partei in einer tiefen Krise.

          Dem republikanischen Präsidentschaftskandidaten Donald Trump bricht nach der Veröffentlichung eines Skandalvideos die Rückendeckung seiner eigenen Partei weg. Etliche Republikaner zogen ihre Unterstützung für den 70-Jährigen zurück, darunter der frühere Präsidentschaftskandidat John McCain. Mehr als zwei Dutzend republikanische Abgeordnete forderten laut einem Bericht der „Washington Post“ Trumps Rückzug von der Präsidentschaftskandidatur.

          Auch die frühere Außenministerin Condoleezza Rice rief Trump angesichts seiner vulgären Äußerungen auf, den Präsidentschaftswahlkampf abzubrechen. „Donald Trump sollte nicht Präsident sein. Er sollte sich zurückziehen“, schrieb die Republikanerin am Samstag auf Facebook.

          Der frühere Präsidentschaftskandidat McCain erklärte, er werde bei der Wahl am 8. November nicht für Trump stimmen. Dessen jüngstes Verhalten und seine verächtlichen Aussagen über Frauen machten es ihm unmöglich, den Kandidaten weiter zu unterstützen. Die Senatorin Kelly Ayotte und weitere Abgeordnete hatten sich zuvor ähnlich geäußert. McCain teilte mit, er wolle bei der Präsidentschaftswahl den Namen eines Republikaners auf den Stimmzettel schreiben, der für das Amt qualifiziert sei. Der Senator aus Arizona hatte 2008 gegen Barack Obama verloren. John Thune, einer der ranghöchsten Republikaner im Senat, schrieb auf Twitter, dass Vizepräsidentschaftskandidat Mike Pence anstelle von Trump die Nominierung seiner Partei erhalten solle.

          Pence hatte sich zuvor bereits kritisch über Trump geäußert: Als Ehemann und Vater habe er sich persönlich beleidigt gefühlt, hieß es in einer schriftlichen Erklärung des konservativen Politikers. Die republikanische Partei befindet sich mit dem wachsenden Widerstand gegen den eigenen Kandidaten nur einen Monat vor der Wahl in einer tiefen Krise. Trump selbst machte am Samstag klar, dass er nicht aufgeben werde.

          Das Video, das die „Washington Post“ am Freitag veröffentlicht hatte, stammt aus dem Jahr 2005. Trump äußert sich darin vulgär über Frauen und brüstet sich mit sexuellen Übergriffen. Die Veröffentlichung ist für ihn nicht nur wegen ihres Inhalts, sondern auch wegen des Timings äußert heikel. Bereits am Sonntagabend trifft er in St. Louis in der zweiten Fernsehdebatte auf seine demokratische Konkurrentin Hillary Clinton.

          Zumindest offiziell hat Trump noch die Unterstützung von Paul Ryan und Parteichef Reince Priebus, auch wenn beide sich von den Äußerungen in dem Video entsetzt zeigten. Nach der Veröffentlichung der Aufnahmen sagte Ryan, als Vorsitzender des Repräsentantenhauses ist er derzeit der mächtigste Republikaner, einen gemeinsamen Auftritt mit Trump ab. Bei der Veranstaltung am Samstag bekräftigte er seine Aussage vom Freitag, Trumps Äußerungen hätten bei ihm Übelkeit erzeugt.

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