https://www.faz.net/-gpf-73cb8

Wahl in Amerika : Noch nicht entschieden

Blick von hinten: Präsident Barack Obama und Herausforderer Mitt Romney. Bild: AFP

Der Wahlkampf in den Vereinigten Staaten bleibt spannend: Mitt Romney hat sich als ebenbürtiger Kandidat präsentiert. Die Wähler, die sich noch nicht festgelegt haben, werden das zur Kenntnis nehmen. Präsident Obama muss kämpfen.

          Großes war von Mitt Romney verlangt worden. Der Herausforderer von Präsident Obama müsse den Kampf seines Lebens führen - und gewinnen, müsse seinen Gegner in der ersten Debatte deutlich schlagen. Romney hat Obama nicht am Boden gehabt, aber er hat sich in einer Debatte, die von der Steuer- bis zur Rentenpolitik reichte, als ebenbürtig erwiesen.

          Und das war eigentlich das, was Romney, der republikanische Herausforderer, maximal erwarten konnte: Er hat sich den Amerikanern in der Stunde der Wahrheit, in der er sich beweisen und behaupten musste, auf eine Weise gezeigt, die ihn als durchaus wählbar erscheinen lassen. Ob die erste Debatte dem Wahlkampf eine neue Wendung gibt, wie sich das die Republikaner erhoffen, wird sich zeigen.

          Zuletzt hatte der Präsident in jenen Staaten, in denen die Wahl entschieden wird, seinen Herausforderer auf Distanz gehalten. Nun kann sich dessen Lager zumindest einen Achtungserfolg gutschreiben, den die Wähler, die sich noch immer nicht festgelegt haben, zur Kenntnis nehmen werden. Romney hat seine Chance genutzt; Hackfleisch hat Obama aus ihm nicht gemacht, im Gegenteil: Es war der Präsident, der phasenweise zu kämpfen hatte.

          Fazit also nach dem ersten, mit Anstand geführten Duell, dem zwei weitere folgen werden: Es bleibt spannend, Romney, dem zuletzt nicht viel gelungen war, ist noch im Wettbewerb. Und bei aller Zivilität im Umgang: Diese Präsidentenwahl in den Vereinigten Staaten ist eine glasklare Richtungswahl. Die Wähler werden über das Angebot nicht im Unklaren gelassen. Zu fürchten brauchen sie sich deshalb nicht.

          Klaus-Dieter Frankenberger

          verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.

          Folgen:

          Weitere Themen

          Scholz lässt seine Pläne offen Video-Seite öffnen

          Bewerbung auf SPD-Vorsitz : Scholz lässt seine Pläne offen

          „Ganz klar ist, wir müssen in Deutschland vorankommen mit unserem Land. Wir müssen dafür sorgen, dass der Zusammenhalt besser wird“, sagte Bundesfinanzminister Olaf Scholz nach Bekanntwerden seiner Kandidatur für die SPD-Spitze.

          Topmeldungen

          Angestellte von Google und Youtube beim Gay Pride Festival in San Francisco, Juni 2014

          Trump gegen Google : Man nennt es Meinungsfreiheit

          Ohne das Internet wäre Donald Trump wohl nicht amerikanischer Präsident geworden. Jetzt beschwert er sich über politische Ideologisierung bei Google. Aus dem Silicon Valley schallt es zurück.
          Im Jahr 2016 ist es in Kalkutta zwar noch wuseliger, aber die Anzahl der Läden und Fahrzeuge deuten auf einen Entwicklungsfortschritt hin.

          Wohlstand, Gesundheit, Bildung : Der Welt geht es immer besser

          Kurz bevor er starb, hat der schwedische Arzt Hans Rosling noch ein Buch geschrieben. Es hat eine zutiefst erschütternde These: Der Zustand der Welt verbessert sich, doch keiner bekommt es mit. Woran liegt das?
          Schon im Wahlkampfmodus? Olaf Scholz am Samstag beim Tag der Offenen Tür im Finanzministerium in Berlin

          SPD : Scholz will bald Partnerin für Parteivorsitz vorstellen

          Olaf Scholz will sich in der „zweiten Wochenhälfte“ zu seiner Kandidatur und seiner Partnerin äußern. Die Zahl der Kandidaten-Paare für den Parteivorsitz könnte bis dahin noch gestiegen sein.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.