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Wahl in Amerika : Ihre schlechte Gesundheit macht Clinton angreifbar

  • -Aktualisiert am

Wenige Stunden nach ihrem Schwächeanfall zeigte sich Clinton wieder in der Öffentlichkeit. Bild: AP

Ihre Kritiker wollen es schon lange gewusst haben, nun steht es fest: Hillary Clinton ist gesundheitlich angeschlagen. Sie hat eine Lungenentzündung. Das macht sie angreifbar – und wird den Wahlkampf beeinflussen

          Ein kurzes Stolpern, dann brachen der demokratischen Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton am Sonntagmorgen abrupt die Knie weg. Mehrere Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes stützen Clinton und halfen der Demokratin in ihren schwarzen Van.

          Clinton verließ eine Gedenkfeier in New York zu den Anschlägen vom 11. September frühzeitig, ein Beobachter filmte das Geschehen und veröffentlichte das Video dazu auf Twitter. Von Clintons Seite herrschte danach zunächst Funkstille, weder Aufenthaltsort noch Gesundheitszustand der Präsidentschaftskandidatin waren bekannt.

          Es vergingen rund 90 Minuten, bis das Wahlkampfteam der ehemaligen Außenministerin das Wort ergriff und mitteilen ließ, dass Clinton während der Veranstaltung, die unter freiem Himmel bei Temperaturen um die 27 Grad stattfand, dehydriert und überhitzt gewesen sei. Am Sonntagabend dann bestätigt das Lisa Bardack, die langjährige Ärztin der Kandidatin, in einer Mitteilung. Bei Clinton sei am Freitag eine Lungenentzündung diagnostiziert worden, so Bardack. Die Präsidentschaftskandidatin nehme jedoch Antibiotika, sei inzwischen abermals  untersucht worden und erhole sich gut, hieß es weiter.

          Der gesundheitliche Zustand Clintons dürfte nun vermehrt zum Wahlkampfthema werden. Was bisher als Verschwörungstheorie ohne faktische Belege galt, ist nun zumindest teilweise von Clintons Ärztin bestätigt worden: Ihre Patientin ist nicht bei „exzellenter körperlicher Gesundheit“. Die Demokratin solle sich ausruhen und ihren Terminplan anpassen, rät Bardack in ihrer Mitteilung. Eine für diese Woche geplante Reise zu Wahlkampfveranstaltungen in Kalifornien habe Clinton bereits abgesagt, berichtete der Sender CNN am Sonntagabend (Ortszeit) unter Berufung auf Wahlkampfmitarbeiter.

          Dabei läuft gerade heiße Phase des Wahlkampfs an, bis zum Wahltag am 8. November sind es nur noch wenige Wochen. In dieser Zeit wäre Clinton mit gesundheitlich bedingten Ausfällen von Trump besonders angreifbar.

          Nun bemüht sich die Kandidatin darum, Stärke zu zeigen: Wenige Stunden nach dem Vorfall trat sie schon wieder vor die Öffentlichkeit. Sie hatte sich nach ihrem Schwächeanfall in die Wohnung ihrer Tochter Chelsea in Manhattan zurückgezogen. Beim Verlassen des Gebäudes am Nachmittag strahlte sie dann und winkte den Pressevertretern zu, auch posierte sie mit einem kleinen Mädchen für die Kameras. Auf Nachfrage teilte sie mit, dass sie sich „großartig“ fühle und betonte, was für ein schöner Tag in New York es doch sei.

          In den Stunden, die bis zu Clintons erneutem Auftreten und Bardacks Mitteilung verstrichen, wurde in den amerikanischen Medien jedoch bereits ausführlich über den Gesundheitszustand Clintons spekuliert. So berichtete der konservative Fernsehsender Fox News, dass Clinton Sicherheitskreisen zufolge „klar eine Art von medizinischem Notfall“ erlitten habe.

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